Razzia bei Meinl-Bank: Justiz interessiert Dividende von 2008

Razzia bei Meinl-Bank: Justiz interessiert Dividende von 2008

Bei ihrer Hausdurchsuchung in der Meinl Bank am gestrigen Donnerstag habe die Justiz vor allem die Dividende von 2008 interessiert, schreibt "Der Standard" in seiner Samstagsausgabe. Man sehe in der Ausschüttung von 212 Mio. Euro an Julius Meinl V Untreue der Organe.

Unter anderem sei es laut Durchsuchungsbeschluss um Geldflüsse an die Oryx Investment Ltd. auf Cayman Island gegangen. Denn hinter der damaligen Sachdividende sei eine Beteiligung an dieser Gesellschaft gestanden, deren Verkehrswert damals 212 Mio. Euro betragen habe.

Durch die "ungewöhnlich hohe" Ausschüttung sei die Eigenkapitalbasis der Bank stark reduziert worden, meinte die Notenbank schon früher in einem Prüfbericht. Diesen Vorwurf hat Meinl-Bank-Vorstand Peter Weinzierl wiederholt zurückgewiesen.

Im Durchsuchungsbefehl heißt es nun, die Bank hätte in der Bilanz für 2008 Rückstellungen für potenzielle Haftungsrisiken von 350 Mio. Euro bilden müssen. So hoch sei Anfang 2009 das Haftungsrisiko der Bank gewesen, „weil mit der Beendigung der Geschäftsbeziehung zur MEL de facto die einzige Einnahmequelle der Bank weggefallen war und kein annähernd gleichwertiges Gewinnmodell bestand“. Auch habe man bereits gewusst, dass die Hauptversammlung eine Gewinnausschüttung (Sachdividende) von 212 Mio. Euro beschließen werde.

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