Raiffeisen zahlt staatliche Milliardenhilfen zurück

Raiffeisen zahlt staatliche Milliardenhilfen zurück

Die Raiffeisen Bank International (RBI) tilgt kurz nach ihrer Kapitalerhöhung ihre Schulden beim Staat. Die 2009 aufgenommenen 1,75 Milliarden Euro an staatlichem Partizipationskapital sollen Mitte März zurückgezahlt werden.

Sieben Monate nachdem Erste-Chef Andreas Treichl das in der Krise 2009 eingeschossene staatliche Partizipationskapital von 1,22 Mrd. Euro an die Republik zurückgezahlt hat, wird auch RBI-Chef Karl Sevelda für seine börsenotierte Raiffeisen Bank International die Staatshilfe von 1,75 Mrd. Euro tilgen.

Im Finanzministerium, das gerade am Geldbedarf für die Abwicklung der staatlichen Krisenbank Hypo Alpe Adria rechnen lassen muss, wurde dieser Schritt heute ausdrücklich begrüßt.

Vorstand und Aufsichtsrat der RBI haben heute, Donnerstag, beschlossen, das in der Krise aufgelegte Partizipationskapital von insgesamt 2,5 Mrd. Euro abzuschichten. Stimmt die Finanzmarktaufsicht zu, und davon ist in der Regel auszugehen, kann die Republik mit der Überweisung des Staatskapitalanteils von 1,75 Mrd. Euro am 15. März oder rund um dieses Datum rechnen. Der Rest von 750 Mio. Euro wurde privat platziert, damit kam auch Raiffeisen in den Genuss günstigerer Zinsen für das Staatskapital. Für das 2009 aufgenommene Geld zahlte Raiffeisen pro Jahr 8 Prozent Zinsen. Die Bank kann zur Rückzahlung auf den Emissionserlös aus der vorige Woche abgeschlossenen Kapitalerhöhung zurückgreifen.

Milliardenhilfen für Hypo und Volksbank verloren

Mehrere österreichische Großbanken haben nach Ausbruch der Finanzkrise staatliche Hilfen bekommen, um ihre Eigenkapitaldecken zu stärken. Die BAWAG PSK hat mit ihren Tilgungen begonnen und hat seit Dezember aktuell noch 350 Millionen offen. Der Rest soll ebenfalls zügig getilgt werden, hieß es wiederholt. Nichts mehr von den eingeschossenen Partizipationskapitalhilfen gesehen hat der Staat hingegen bei der Hypo Alpe Adria, nach der Notverstaatlichung Ende 2009 musste der Bund einen großen Teil des davor gewährten Hilfskapitals dort abschreiben.

Bei der teilstaatlichen Volksbanken AG ÖVAG, die bisher 1,2 Mrd. Euro Staatskapital erhalten hat, ist ein Teil durch einen Kapitalschnitt ebenfalls schon verloren. Der Bund muss nach EU-Vorgaben bis 2017 als Mitaktionär aus der ÖVAG draußen sein. Auch heuer dürfte es dort wieder eine Kapitallücke geben, die nach aktuellen Plänen aber eher durch eine Nachrangkapitalanleihe gefüllt werden dürfte als durch frisches Cash.

Der RBI-Beschluss zur vorzeitigen Staatsgeldtilgung wurde im Finanzministerium heute begrüßt und als Beweis gewertet, dass die in der Finanzkrise gesetzten Schritte gewirkt hätten, wie es zur APA hieß.

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