Paukenschlag in der SPÖ: Laura Rudas zieht sich aus Politik zurück

Paukenschlag in der SPÖ: Laura Rudas zieht sich aus Politik zurück

SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Laura Rudas legt alle politischen Ämter nieder. Rudas, die gleichzeitig Bildungssprecherin der Regierungspartei ist, wird ab Juni ein Studium an der US-Elite-Universität Stanford absolvieren. Auch danach plant sie keine Rückkehr in die Politik.

Die ehemalige Hoffnungsträgerin der SPÖ spricht von einer "bewegten und bereichernden Zeit" in der Politik. Sie wolle ihrem Lebenslauf aber unbedingt ein internationales Kapitel hinzufügen.

Vergangene Woche hat Laura Rudas einmal noch für Aufregung gesorgt. In einem INtrview erklärte sie, dass es die Matura eigentlich nicht mehr unbedingt braucht. Seit heute weiß man, dass das ihr politischer Schlussakkord war. Die mittlerweile langjährige SPÖ-Bundesgeschäftsführerin sagt der Politik mit 32 Jahren ade und geht studieren. Eine Rückkehr nicht geplant. Vielleicht ist die Matura doch nicht so schlecht, denn ohne diese wäre sie jetzt wohl kaum an der Elite-Universität Stanford aufgenommen worden.

Jung und umstritten

Rudas gehörte in den vergangenen Jahren zu den umstritteneren Politikerinnen des Landes. Zu jung war sie manchem in der Parteihierarchie aufgestiegen, zu brutal sei ihre Personalpolitik gewesen sein, zu wenig inhaltliche Tiefe habe sie.

Tatsächlich hat jeder dieser häufig geäußerten Vorwürfe ein Körnchen Wahrheit in sich. Rudas, Tochter des mittlerweile verstorbenen Psychiatrie-Reformers Stephan Rudas und Nichte des früheren SPÖ-Bundesgeschäftsführers Andreas Rudas, war gerade einmal 23 Jahre alt, als sie in den Wiener Landtag einzog, protegiert von zwei SPÖ-Granden, Bürgermeister Michael Häupl und dem heutigen Landtagspräsidenten Harry Kopietz.

Nicht viel später musste sie - da schon Jung-Nationalratsabgeordnete - ein wenig als Aufputz für Werner Faymanns ersten Kanzler-Wahlkampf herhalten. Der verlief einigermaßen erfolgreich und Rudas stieg zum Erstaunen vieler und Entsetzen mancher 27-jährig zur SPÖ-Bundesgeschäftsführerin auf. Die SPÖ-Spitze setzte da wohl auf Rudas' offenes Wesen, ihren wachen Verstand und ihren Zug zur Macht.

Im Clinch mit Günther Kräuter

Dass sie diese Rolle aber mit Günther Kräuter teilen musste, gilt bis heute als einer der schlechteren Ideen des Duos Werner Faymann/Josef Ostermayer. Denn die beiden harmonierten nicht, Misserfolge bei Wahlen folgten, die Länder waren unzufrieden mit einer Zentrale, die als kommunikationsschwach und nicht eben bestens organisiert galt.

Als effizient geschildert wurde Rudas, wenn es um Personalia geht. Von der Position der Bundesgeschäftsführerin aus war sie durchaus bemüht, langjährige Vertraute in wichtigere Funktionen zu hieven. Auch in Sachen ORF galt Rudas personalpolitisch als aktiv, auch wenn - wie im Fall Niko Pelinka - nicht alles erfolgsgekrönt war.

Machtverlust in der Partei

Als Norbert Darabos im Vorjahr nach seinem Profiheer-Debakel zurück in die Löwelstraße wechselte und Kräuter Volksanwalt wurde, war Rudas' erster politischer Karriere-Knick perfekt. Sie durfte zwar an der Seite von Darabos bleiben, etwas zu sagen hatte aber im Wesentlichen nur noch er. Nach der Wahl wurde sie immerhin Bildungssprecherin der Partei.

Rudas nahm den Bedeutungsverlust erstaunlich gelassen. Wohl schon länger wird sich die Wienerin überlegt haben, dass es ein Leben neben der Politik gibt, auch wenn sie, die bereits seit der Matura in der SPÖ Rudolfsheim-Fünfhaus tätig war, sich immer als Polit-Junkie geschildert hatte.

Mit der Aufnahme in das Stanford-Master Programm bietet sich für die 32-Jährige nun die Gelegenheit, einmal aus den Wiener Politkreisen herauszukommen und danach neue Karrierewege einzuschlagen. Privat ist Rudas mit dem Internet-Unternehmer Markus Wagner liiert.

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