Partyschiff-Einsatz der Wiener Polizei wird zum handfesten Skandal

Partyschiff-Einsatz der Wiener Polizei wird zum handfesten Skandal

Gratiszeitungen haben Ende Oktober über einen harten Polizeieinsatz am Ufer des Wiener Donaukanals berichtet. Inzwischen hat die Story von Partygästen, die auf Beamte einprügeln, eine ganz andere Dimension bekommen.

Die Zeitung Österreich war sich sicher: „Partygirl zertrümmert Polizist das Nasenbein“ stand da in einem Artikel Ende Oktober zu lesen, der auch auf der Internet-Ausgabe so zu lesen ist . In dem Text heißt es unter anderem: Die 24-jährige Klub-Besucherin Almuth G. prügelte gemeinsam mit einem zweiten Party-Gast auf die Polizisten ein. Die Folge: Ein Beamter musste mit Nasenbeinbruch ins Spital, hat überall blaue Flecken. Der Hintergrund: Am Morgen des 19. Oktober war es zu einem Polizeieinsatz am Ufer des Donaukanals in Wien gekommen, im Zuge dieser Amtshandlung wurden ein 32jähriger Mann und seine 24jährige Freundin von der Polizei verhaftet.

Nun gibt es Zweifel an dieser ersten Version der Geschehnisse am Wiener Donaukanal vor dem sogenannten Partyschiff. In der ORF-Sendung „Thema“ wurde gestern, Montag, die Verhaftung aus Sicht der beiden „Randalierer“ (Zitat Zeitung „Österreich“) geschildert, unterlegt mit Videomaterial, das von Augenzeugen offenbar mit einer Handykamera gefilmt wurde.

Link zum Video der ORF-Sendung „Thema“ in der ORF-TVthek .

Schon Ende voriger Woche hatte Josef Wegrostek, Anwalt der beiden Verhafteten, schwere Vorwürfe gegen die Wiener Polizei erhoben. Wegrostek meinte, mehrere Beamte hätten seine Mandanten misshandelt und am Kommissariat Deutschmeisterplatz gequält, es seien „Foltermethoden“ eingesetzt worden. Fotos von angeblichen blauen Flecken und Schürfwunden der beiden Verhafteten sollen die Misshandlungen belegen.

Großes Aufgebot im Einsatz

Die Polizei war aufgrund von Anrainerbeschwerden ausgerückt; Besucher des Partyschiffs hatten bereits des Öfteren solche Einsätze ausgelöst. Auch am 19. Oktober: Zwei Polizisten wären von Gästen angegriffen worden, woraufhin sich ein gutes Dutzend Beamte den Partyschiffgästen widmet. Wie das im ORF gezeigte Video zeigt, werden die beiden Verhafteten festgehalten, der Mann auf dem Boden des Schiffs, die Frau wird gegen einen Baum gedrückt. Auf den Videos leisten die beiden nur verbal Widerstand.

Frage: Werden Handyfilme überhaupt als Beweismittel anerkannt? Ein Experte gibt Auskunft .

Aus dem zunächst von der Wiener Polizei und von der Zeitung „Österreich“ angegebenen „Nasenbeinbruch“ eines Polizisten wurde inzwischen Prellung; ein Beamter hat sich laut Aussage eines der Verhafteten aber darüber beschwert, dass seine Brille heruntergefallen sei. Im ORF-Thema wurden zudem weitere Zeugen gezeigt, die über die Unverhältnismäßigkeit des Einsatzes berichten. Auf dem Kommissariat sei den Verhafteten zudem nicht erlaubt worden, einen Anwalt zu verständigen, außerdem habe man sie nicht auf die Toilette gehen lassen, behauptet Wegrostek.

Bleibt abzuwarten, wie das offizielle Österreich auf die jüngsten Entwicklungen in der Causa reagiert. Apropos Österreich: Der heutige Artikel dieser Zeitung sieht etwas anders aus als die ersten Berichte zum Thema. Auch die Gratis-U-Bahn-Zeitung „Heute“ hatte nach dem Einsatz am 19. Oktober ausschließlich die Sichtweise der Polizei erläutert und davon berichtet, dass Partygäste auf die Polizei eingeprügelt hätten, ein Polizist hätte eine „Nasenbeinfraktur“ erlitten.

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