Osttirol: Lawinengefahr bald so hoch wie seit Katastrophe von Galtür nicht mehr

Osttirol: Lawinengefahr bald so hoch wie seit Katastrophe von Galtür nicht mehr

Nach heftigen Schneefällen ist die Lage in Osttirol angespannt. Zwei Menschen kamen ums Leben, in mehreren Regionen muss mit umfangreichen Verkehrsbehinderungen gerechnet werden. Der Lawinenwarndienst Tirol rechnet inzwischen mit einem Anstieg der Lawinengefahr auf die höchstmögliche Warnstufe "5". Dieser Level galt in Tirol das letzte Mal im Winter 1999, als sich die Katastrophe von Galtür ereignet hatte.

Der Süden Österreichs versinkt im Schnee. Nach dem heftigen und weiter andauernden Niederschlag spitzt sich die Lage weiter zu. In Kärnten und Osttirol sind einige Täler von der Außenwelt abgeschnitten. Die Experten des Lawinenwarndienstes Tirol erwarten, dass sich die Lage in Osttirol noch einmal verschärfen wird. "Wir rechnen derzeit damit, dass die Stufe '5' der fünfteiligen Skala ausgerufen werden könnte", sagte Patrick Nairz vom Lawinenwarndienst.

Die Niederschlagsmodelle würden davon ausgehen, dass bis Sonntagabend ähnliche Mengen wie in den vergangenen 24 Stunden dazu kommen könnten. Bis zum Sonntag rechneten Prognosen in den Alpinlagen nochmals mit bis zu 1,5 Meter Neuschnee. Besonders betroffen seien hochalpine Gebiete wie etwa das Virgental, Defereggental und Villgratental.


Die Lawinensituation in Österreichs Bergen. Noch gilt in den betroffenen Gebieten die Warnstufe "4" der fünfteiligen Skala. (Grafik: APA)

Zwei Todesopfer

Bei einem Lawinenabgang auf eine Gemeindestraße in Innvervillgraten in Osttirol ist am Freitag ein Räumfahrzeug verschüttet worden. Wie Bürgermeister Josef Lusser mitteilte, kam für den Lenker des Radladers jede Hilfe zu spät. Der Lawinenabgang hatte sich gegen 9.30 Uhr ereignet. Über Nacht war im Villgratental bis zu einem Meter Neuschnee gefallen. Die Einsatzkräfte stehen im Dauereinsatz.

Opfer aus Fahrzeug geschleudert

Bei dem Opfer handelt es sich um einen 63-jährigen Einheimischen. Der Mann wurde laut Bürgermeister offenbar durch die Wucht der Schneemassen aus dem Fahrzeug geschleudert. Dabei dürfte er tödliche Verletzungen erlitten haben.

Ein weiterer Mann kam ums Leben, als er in Thurn bei Lienz versuchte, eine Verklausung in einem Bach zu lösen. Der Einheimische stürzte in die eiskalten Fluten und konnte nur mehr tot geborgen werden.

Nach den extremen Schneefällen und der damit verbundenen großen Lawinengefahr hat die Einsatzleitung der Bezirkshauptmannschaft Lienz am Freitag die Bevölkerung Osttirols dazu aufgerufen, nicht dringende Autofahrten zu verschieben und als Schutzmaßnahme zuhause zu bleiben. Außerdem blieben zwölf Schulen geschlossen.

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Der Süden Österreichs versinkt im Schnee

Das öffentliche Leben kam im Süden Österreichs praktisch zum Erliegen. Einige Täler in Osttirol sind ebenso abgeschnitten wie Heiligenblut in Kärnten. In Kärnten ist der Bahnverkehr völlig zusammengebrochen, weil stellenweise mehr als ein Meter Schnee gefallen ist.

In Kärnten gab es bis Mittag 84 schneebedingte Feuerwehreinsätze. Insgesamt seien bereits 430 Feuerwehrleute aus 50 Wehren im Einsatz gewesen, teilte Katastrophenschutzreferent Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) in einer Aussendung mit. Für Schulkinder hatten die weißen Massen jedoch Erfreuliches zu bieten: Im Bezirk Hermagor waren alle Pflichtschulen geschlossen, aber auch im Bezirk Spittal blieben einige Schultore zu. In Osttirol blieben 16 Schulen in der Früh geschlossen.

Lage auch in Südtirol brisant

Die heftigen Schneefälle haben auch in Südtirol für Probleme und Beeinträchtigungen gesorgt. Unter anderem waren eine Hochspannungsleitung zwischen St. Leonhard in Passeier und Marling sowie eine zwischen Toblach und Cortina unterbrochen. Mehrere Ortschaften hatten keinen Strom.

In ganz Südtirol wurden die Feuerwehren wegen der Schneelast oder wegen umgestürzter Bäume beziehungsweise Äste zur Hilfe gerufen. Wegen lokaler Schneerutsche und der gebietsweise hohen Lawinengefahr blieben mehrere Straßen gesperrt. Zudem wurde die Lawinengefahr in fast allen Landesteilen von Stufe "3" auf Stufe "4" der fünfteiligen Skala erhöht.

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