Ostern im Schnee – Weshalb das eisige "Frühlingswetter" nicht gegen den Klimawandel spricht

Ostern im Schnee – Weshalb das eisige "Frühlingswetter" nicht gegen den Klimawandel spricht

Spinnen die Klimaforscher oder ist das Wetter doch normal?

Bitte lesen Sie sich mal diese nüchternen Fakten durch: Das Jahr 2012 war das neunt-wärmste seit dem Beginn moderner Wettererfassung 1850 und brachte mit Hitzewellen, Trockenheit und Hurrikans den neuerlichen Beweis, dass der Klimawandel längst Realität ist.

So, und jetzt blicken Sie aus dem Fenster: Die Chance ist groß, dass Sie an diesem Klimawandel, an CO2-verursachter Erderwärmung, an steigendem Meeresspiegel und weiteren Hiobsbotschaften zweifeln. Oder am Verstand der Überbringer dieser Botschaften. Weil angesichts des derzeitigen Wetters in Österreich (in Wien hatte es heute früh Minusgrade, Straßen und Dächer sind schneeweiß) scheint zumindest unser Land eine Insel der Klima-Seligen.

Doch das ist (leider) zu kurz gedacht. Hier einige – ebenfalls ernüchternde – Fakten, die zeigen, dass Schnee zu Ostern kein Gegenbeweis ist.

Wetter ist nicht Klima

Zunächst gilt es zwischen Wetter und Klima zu unterscheiden. Wetter ist das, was jetzt da draußen stattfindet. Klima ist das, was über einen längeren Zeitraum und über größere geographische Räume gemessen wird. Und da beweisen alle Zahlen, dass die weltweite Durchschnittstemperatur steigt; das letzte Jahrzehnt war das heißeste seit vorher erwähntem Beginn der Messung Mitte des 19. Jahrhunderts.

Je heißer, desto mehr Schnee

Wieso kann es dann mehr schneien, wenn es doch insgesamt heißer wird? Klimaforscher führen dies darauf zurück, dass mehr heiße Luft in aller Welt zu einem Anstieg der Luftfeuchtigkeit führt. Das wiederum hat mehr Niederschläge wie Regen und eben Schnee zur Folge.

Alexander Orlik, Klimatologe der ZAMG, meinte schon Ende Februar über den (abgelaufenen?) Winter: „Es war einer der trübsten Winter der letzten 130 Jahre." Österreichweit gab es 37 Prozent weniger Sonnenschein als im vieljährigen Mittel. Orlik: "Noch trüber war nur der Winter 1903/04 mit einem Sonnenschein-Minus von 48 Prozent.“ Dafür habe es ungewöhnlich viel Schnee gegeben. In Wien gab es doppelt so viel Neuschnee wie im vieljährigen Mittel, in Bregenz sogar vier Mal so viel. Bregenz erreicht am 9. Februar mit 70 Zentimeter die höchste Schneehöhe seit Beginn der Messungen 1936.

…und urplötzlich wird es Frühling

Gut, aber wieso ist es dann Ende März so kalt? Nun, für die Temperatur in einem bestimmten Monat ist nach wie vor, vor allem der Abstand der jeweiligen Region von der Sonne maßgeblich (oder genauer: in welchem Winkel das Licht der Sonne auftrifft) – und im Winter bzw. im frühen Frühjahr ist eben unser Teil der Erde weiter weg von der Sonne. Daher sind Minustemperaturen im Prinzip nichts Ungewöhnliches für Ende März.

Der Klimawandel spielt aber auch hier eine unnatürliche Rolle: Durch den generellen Temperaturanstieg kommt es dann zu deutlich höheren Temperaturen, ist der Frühling dann endlich da. Die so genannte „Übergangszeit“ fällt weg – heute Rodel, morgen Badehose ist typisch geworden auch für das kontinental gemäßigte Klima in Österreich.

Fakt ist auch: Laut dem jüngsten Report der Europäischen Umweltagentur (EEA) wird das Wetter in Europa generell "heißer, gefährlicher, ungesünder und teurer". Hitzewellen, Hochwasser, höhere Meeresspiegel, aber auch sich auf die Gesundheit der Bevölkerung auswirkende Faktoren wie längere Pollensaisonen werden genannt. Die EEA weist darauf hin, dass die Durchschnittstemperatur in der jüngsten Dekade (2002 bis 2011) in Europa um 1,3 Grad höher war als im vorindustriellen Zeitalter, was die Dekade zur wärmsten macht. Auch die Hitzewellen sind demnach in den vergangenen zehn Jahren häufiger geworden und haben länger gedauert.

Arktis und Schnee

Und noch etwas: Das schmelzende Wasser der Arktis bringt das Wetter generell aus der Fassung, denn es stört die Ozeanströmungen und die Winde. Das alles steht in einem komplexen Zusammenhang. Das bedeutet, dass gerade Wetterextreme wie viel Schnee Ende März oder heftige Regengüsse im Dezember gerade ein Beweis für den Klimawandel sind.

Es wird wärmer

Für den Zeitraum der Jahre von 2071 bis 2100 sagt die EEA einen weiteren Anstieg der Durchschnittstemperatur in den Landgebieten Europas um 2,5 bis vier Grad Celsius voraus. Die globale Durchschnittstemperatur könnte bis 2100 um weitere 1,1 bis 6,4 Grad Celsius ansteigen.

Das mag angesichts des derzeitigen Wetters für viele ein Trost sein. Sollte es aber nicht. Denn wie gesagt: Es heißt nicht, dass es nicht zu extremen Wetterkapriolen kommt wie derzeit. Im Gegenteil.

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