Ohne Plan B kann die Hypo das Halbjahr nur mit Staatsstütze bilanzieren

Ohne Plan B kann die Hypo das Halbjahr nur mit Staatsstütze bilanzieren

Bleibe es dabei, dass die Osteuropabanken spätestens 2014 verkauft sein müssen und würde auch die Gründung einer Bad Bank hinter den Herbst-Wahltermin verschoben, müsse die Hypo (mangels positiver Fortführungsprognose) schon zum Halbjahr ihre Osteuropa-Beteiligungen abschreiben und brauche vom Eigentümer Bund deshalb schon im Juni 2 bis 2,5 Mrd. Euro „Stütze“.

Und weil sich die Übertragung der faulen Teile in die Bad Bank bei einer Gründung erst im Herbst wohl nicht mehr bis zum Bilanzstichtag ausgehe, hänge die gesamte 2013er-Bilanz in der Luft, schreibt das Blatt.

Die Bemühungen um einen in den nächsten Tagen bzw. Wochen erhofften Verkauf zunächst der Österreich-Bank laufen hektisch. Der erzielbare Verkaufspreis sei aber binnen eines Monats von 100 auf 60 bis 70 Mio. Euro gesunken, heißt es im Bericht, in dem ein Zusammenhang mit Äußerungen der Finanzministerin hergestellt wird. Ministerin Maria Fekter (V) hatte die notverstaatlichte Krisenbank öffentlich als "Fass ohne Boden" bezeichnet. Auch von spürbaren Einlagenabflüssen in den vergangenen Wochen ist die Rede.

Experten meinen, dass der Schaden fürs Budget gemindert werden könne, wenn die Regierung in Brüssel einig und hart auftritt und noch vor dem Sommer eine Bad Bank gründet. Andernfalls drohe ein zweistelliger Milliardenschaden für die Steuerzahler. Die "Presse" schreibt von 10 Milliarden.

Klappt es nicht, Brüssel zu einer Erstreckung der Verkaufsfristen über 2013 hinaus zu bewegen, kann die EU-Wettbewerbskommission die Bank noch heuer schließen lassen. Laut "Standard" könnte sie auch ihre vorläufige Beihilfengenehmigung annullieren, wodurch Kündigungsklauseln bei Hypo-Emissionen schlagend würden. Hypo-Financiers könnten ihr Geld zurückfordern. Einzige Vorgabe der EU: Die staatlich gerettete Bank muss ihr Geschäft radikal zurückfahren.

Best Case: Drei Milliarden Euro bis 2017

Das Best-Case-Szenario der Banker: Sollte mit dem Verkauf und in der EU alles klappen, soll die Hypo dem "Standard" zufolge bis 2017 mit einer Kapitalspritze von rund 3 Milliarden Euro das Auslangen finden.

Noch jetzt im Mai wollten die Hypo-Banker den Verkauf der Österreich-Bank unter Dach und Fach bringen. Sie kommt in etwa auf ein Zehntel der Gesamtbilanzsumme. Ein für Freitag geplantes Signing des Verkaufs der Österreich-Bank soll nach APA-Informationen übermorgen nicht stattfinden. Dem Vernehmen nach hat die Finanzmarktaufsicht noch weitere Infos angefordert. Am Freitag tagt in Klagenfurt der Aufsichtsrat.

Öffentlich gerätselt wird weiter um den Stand der Verkaufsverhandlungen. Die "Presse" hatte die indische Srei-Gruppe als Spitzenkandidaten genannt. Ein Dementi der Inder wurde bloß als taktisch abgetan. Den Indern wird ausschließlich Interesse an der EU-Banklizenz nachgesagt. Die Erhaltung der Arbeitsplätze soll ihnen kaum ein Anliegen sein, heißt es im "Standard" und aus diesem Grund sei hektisch nach Alternativen gesucht worden. Das Blatt nennt nun Investoren rund um eine kleine Wiener Privatbank, die bereit seien, die Klagenfurter Hypo zu übernehmen und eine Bestandsgarantie zu geben. Seit Mittwoch arbeiteten Anwälte und Wirtschaftsprüfer emsig an dieser Lösung, die dem Verkäufer allerdings nur einen Bruchteil des Buchwerts einbrächte.

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