Österreichs Werbebranche kämpft gegen Werbeabgabe

Österreichs Werbebranche kämpft gegen Werbeabgabe

Österreichs Werbebranche ist von der gedämpften Konjunktur weniger betroffen als andere Wirtschaftsbereiche.

"Trotz Belastungen durch die Staatsschuldenkrise im Euro-Raum ist die Werbewirtschaft vergleichsweise gut aufgestellt", sagte Angelika Sery-Froschauer, Obfrau des Fachverbandes Werbung und Marktkommunikation in der Wirtschaftskammer (WK) bei der Präsentation des neuesten Werbeklimaindex am Freitag. Der Index zeige eine "zuversichtliche Stimmung" in der Branche, der die Werbeabgabe naturgemäß ein Dorn im Auge ist - daher wird bis Herbst ein Forderungskatalog in dieser "wettbewerbsverzerrenden Abgabe" erarbeitet, die es nur in Österreich gibt.

Die Erwartungen der Kreativwirtschaft "liegen weit über dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre", erklärte Gerhard Schwarz vom Österreichischen Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo), das den Werbeklimaindex - durchgeführt unter 358 Firmen mit 4.244 Mitarbeitern - erstellte. Die Nachfrage im Bereich Werbung habe sich im 2. Quartal 2012 gut entwickelt. Ein Drittel der Unternehmen berichteten über einen Anstieg, elf Prozent über eine rückläufige Nachfrage. In der Kommunikationswirtschaft hatten 28 Prozent der Firmen eine höhere Nachfrage, elf Prozent eine Schwächere.

Der "gegenwärtige Konjunkturabschwung" lasse die Werbewirtschaft noch unbeeindruckt. Fürs 3. Quartal rechneten 29 Prozent der Unternehmen mit steigender Nachfrage, 27 Prozent mit einer verbesserten Geschäftslage - im Gegensatz zu jenen sieben bzw. acht Prozent die eine sinkende Nachfrage bzw. sinkende Geschäftslage erwarteten. Ganz ähnlich sind die Erwartungen für die kommenden sechs Monate. Derzeit haben jedenfalls drei Viertel der Unternehmen eine ausreichende oder sogar mehr als ausreichende Auftragslage.

"Aber die Risiken für eine positive Konjunkturentwicklung steigen", stellte Sery-Froschauer ebenso fest. Auch das Finden von bestqualifiziertem Personal sei schwierig. Fünf Prozent der Firmen haben überhaupt einen Mangel an Arbeitskräften. Der Index zeigt ebenso, dass zehn Prozent der Unternehmen unter Finanzierungsproblemen bzw. unter einer Kreditklemme leiden. "Das hat in den vergangen Monaten angezogen, was schon ein Zeichen ist, dass die Lage schwieriger werden könnte", analysierte Schwarz.

Zwar sind die Erwartungen österreichweit positiv, aber es gibt ein Ost-West-Gefälle. Dies hängt laut der Fachverbandsobfrau mit den neuen Regeln einerseits durch das "Lobbying-Gesetz" (Lobbying- und Interessensvertretungs-Transparenz Gesetz) und andererseits mit dem Medientransparenzgesetz zusammen. Im größten Medienstandort Wien werde derzeit noch etwas dahingehend abgewartet, wie diese Gesetze in der Praxis umgesetzt werden, so Sery-Froschauer. "Das trifft eben eher jene Agenturen, die einen großen Anteil Medienthemen in ihren Dienstleistungen haben, wie viele in Wien", so die Fachfrau.

"Natürlich" sei man auch für die Abschaffung der Werbeabgabe. Diese sei für die heimische Kreativwirtschaft ein "massiver Wettbewerbsnachteil" - von den Veröffentlichungskosten der Werbung (außer im Internet) sind mit fünf Prozent zu versteuern; 2011 flossen insgesamt rund 111 Mio. Euro an Werbesteuern.

Über den Sommer wird dazu ein Forderungskatalog erarbeitet. "Dieser wird im Vorfeld der Nationalratswahl auch der heimischen Politik übergeben." Es gehe aber nicht nur um die Werbeabgabe, sondern "überhaupt um Steuergerechtigkeit" in Sachen Umsatz-, Einkommens- und Körperschaftssteuer: Internet-Giganten wie Google nutzten Steueroasen, schalteten aber massig Werbung.

Der gesamte Umsatz der Werber belief sich anno 2010 in Österreich (aktuellste Zahl) auf 4,97 Mrd. Euro - mehr als die Hälfte davon stammte aus mit 2,97 Mrd. Euro aus Wien. Man könne davon ausgehen, dass der Wert 2011 ziemlich ähnlich ausfiel, wie es hieß.

Haselsteiner und Waffenproduzent Glock sollen Flughafen Klagenfurt retten

Wirtschaft

Haselsteiner und Waffenproduzent Glock sollen Flughafen Klagenfurt retten

Regierung einig: Steuerreform vor Beschluss

Politik

Regierung einig: Steuerreform vor Beschluss

Slideshow
Shopping-Neuheiten: Diese Stores kommen heuer nach Österreich

Wirtschaft

Shopping-Neuheiten: Diese Stores kommen heuer nach Österreich