Österreich, Land der Wehrpflicht-Fans

Österreich, Land der Wehrpflicht-Fans

Dieser Trend hat sich seit Anfang des Jahres sogar verstärkt. Vor allem in den Umfragen seit November geben die Befragten der Wehrpflicht mit bis zu knapp 60 Prozent den Vorzug.

Im Februar noch wies eine Karmasin-Umfrage für das „profil“ eine knappe Mehrheit von 51 Prozent für ein Berufsheer aus, 41 Prozent plädierten damals für die Beibehaltung der Wehrpflicht. Im März drehte sich das Bild bereits: Eine weitere Umfrage des Insituts, erneut für „profil“, sah nun die Wehrpflicht-Befürworter bei 51 Prozent, nur mehr 45 Prozent der Befragten wollten ein reines "Profi-Heer".

Ende Mai kam es dann erneut zu einer Trendwende: Eine market-Umfrage für den „Standard“ sah die Wehrpflicht-Befürworter bei nur mehr 38 Prozent, satte 62 Prozent plädierten demnach damals für einen Umstieg in Richtung Berufsheer. Auch zwei weitere Umfragen sahen Ende August das Berufsheer vorne: Laut einer Befragung von "meinungsraum.at" für „News“ sprachen sich 55 Prozent für ein Berufsheer, 45 dagegen aus. Laut einer Gallup-Umfrage für „Österreich“ waren die Berufsheer-Befürworter hauchdünn mit 51 zu 49 Prozent in der Mehrheit.

Anfang September schlug dann das Pendel wieder Richtung Beibehaltung der Wehrpflicht aus - und zum Teil recht deutlich: Eine market-Umfrage für den „Standard“ sah die Wehrpflicht-Befürworter mit 61 Prozent in der klaren Mehrheit, nur 39 Prozent waren demnach für eine Umstellung auf ein Berufsheer. Eine Umfrage des Instituts "Ecoquest" für die ÖVP sah 53 Prozent für die Wehrpflicht und 46 Prozent für Berufsheer. Auch eine Befragung des "Humaninstituts" gab den Unterstützern der Wehrpflicht eine Mehrheit von 56 Prozent, 39 Prozent wollten demnach eine Umstellung. Einen Gleichstand ermittelte am 8. September das Gallup-Institut für die Zeitung "Österreich".

Meinungsforschung ist sich sicher

Die Meinungsforscher gehen aus heutiger Sicht mit ziemlicher Sicherheit davon aus, dass die Volksbefragung zur Wehrpflicht am 20. Jänner mit einer Mehrheit für das bestehende System und gegen die Einführung eines Berufsheeres ausgehen wird. OGM-Chef Wolfgang Bachmayer erklärte im Gespräch mit der APA, seiner Meinung nach gelinge der SPÖ die Mobilisierung "überhaupt nicht".

Bei der Beteiligung geht er von "einem Drittel plus minus" aus - "was schon ein sehr guter Wert ist". Dies liege aber weniger an der Mobilisierung durch die Parteien, "sondern einfach daran, dass dieses Thema doch sehr breitenwirksam ist und sich viele Menschen davon angesprochen fühlen und dazu eine Meinung haben." Das Thema werde immerhin seit rund drei Jahren politisch debattiert, so Bachmayer. Ähnlich die Einschätzung von David Pfarrhofer vom market-Institut: Die Obergrenze der Beteiligung beziffert er mit maximal 40 Prozent.

Auch Pfarrhofer meint, es sehe so aus, als würde die Befragung zu Gunsten des bestehenden System ausgehen. Entscheidend sei die Mobilisierungsfrage. Einzige Chance der Berufsheer-Befürworter wäre es, sich in den verbleibenden Wochen stärker einzubringen - wenn die andere Seite gleichzeitig glaubt, es werde sich für die Wehrpflicht ohnehin ausgehen - dann könnte es noch knapp werden. Das glaubt auch Günther Ogris vom SORA-Institut: "Wenn sich die Sozialdemokraten reinhängen, ist noch etwas drinnen." Gleichzeitig relativiert er auch wieder: Immerhin habe die SPÖ bis dato ihre Wählerschaft nicht vom Berufsheer überzeugen können, und die verbleibende Zeit bis zur Befragung sei "wahnsinnig kurz".

Berufsheer ist nix führ Österreich

Die folgenden Umfragen brachten - bis auf einen "Ausreißer" - allesamt keine Mehrheit mehr für ein Berufsheer. Mitte September wies eine Karmasin-Umfrage für das „profil“ 45 Prozent für die Wehrpflicht, 43 Prozent für das Berufsheer aus. Eine Gallup-Umfrage für „Österreich“ brachte einen Gleichstand von 46 zu 46 Prozent, acht Prozent waren unentschieden.

Die einzige Umfrage seit September, die eine Mehrheit für das Berufsheer sah, war eine des Meinungsforschers Peter Hajek für den Sender ATV: 39 Prozent votierten damals für die Neuregelung, 37 Prozent für die Beibehaltung der bestehenden Situation - allerdings hatten ganze 24 Prozent keine Meinung.

Danach gab es für die Berufsheer in keiner Erhebung mehr eine Mehrheit: Eine Gallup-Umfrage für "Österreich" vermerkte Anfang Oktober bereits eine Mehrheit für die Wehrpflicht von 52 Prozent, Mitte Oktober sah dasselbe Institut die Befürworter für den Status Quo schon bei 58 Prozent - nur mehr 42 waren für die Neuregelung.

Der "Kurier" präsentierte Ende Oktober eine OGM-Umfrage, nach denen jene, die sich in ihrer Entscheidung bereits sicher wähnten, sich zu 54 Prozent für die Wehrpflicht aussprachen, nur zu 44 Prozent für ein Berufsheer. In der Tonart ging es dann weiter, Mitte November sprachen sich in einer Karmasin-Umfrage für das „profil“ 52 Prozent für die Wehrpflicht aus, 37 für das Berufsheer, elf Prozent hatten keine Meinung.

Anfang Dezember sah eine OGM-Umfrage für den "Kurier" dann schon 59 Prozent Wehrpflicht-Befürworter, 41 Prozent waren demnach für ein Berufsheer. Ähnlich eine Gallup-Umfrage, die 56 Prozent für die Wehrpflicht sah. Und auch die Umfrage von Hajek von Mitte Dezember sah die Wehrpflicht-Befürworter mit 52 Prozent in der Mehrheit. Die bisher letzte Befragung - am 17. Dezember für den Standard, durchgeführt von "market", ergab ebenfalls ein recht eindeutiges Bild: 57 Prozent hätten zu diesem Zeitpunkt für die Wehrpflicht votiert.

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