OeNB: Banken brauchen bis zu 13 Milliarden Euro für Basel III

OeNB: Banken brauchen bis zu 13 Milliarden Euro für Basel III

Die Notenbank hat keinen Zweifel, dass sie das schaffen. Die Osteuropa-Risiken der österreichischen Banken machen der Notenbank in Summe keine Sorgen, wie Gouverneur Ewald Nowotny am Freitag deponierte: Sie seien "insgesamt in vertretbarem Rahmen", sagte Nowotny bei einer Pressekonferenz. Wenngleich das Ostengagement auch differenziert gesehen werden müsse.

Osteuropa sei trotz der anhaltenden Verschlechterung der Kreditqualität Europas Wachstumszone, heißt es in der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB). Deshalb betrachtet Nowotny das Engagement der österreichischen Banken dort weiter als "Erfolgsstory", "natürlich mit entsprechenden Maßnahmen zur Risikobegrenzung".

Zur Vorlage des aktuellen Finanzmarktstabilitätsberichts hat die OeNB den Kapitalbedarf der heimischen Banken aus dem Titel Basel III mit 8 bis 13 Mrd. Euro beziffert. Allein 5 Milliarden müssten bis 2017 für den Ersatz von Partizipationskapital (PS-Kapital) aufgebracht werden. Denn diese österreichische Form von Bankenkapital wird nach dem neuen Eigenkapitalregime nach 2017 nicht mehr angerechnet. Bis auf 1,2 Mrd. Euro, die von Privaten gestellt sind, handelt es sich bei diesem PS-Volumen um staatliches PS-Kapital in den Großbanken.

Die Differenz zwischen 8 und 13 Milliarden umfasst weitere Kapitalinstrumente, die für die strengeren Definitionen zu ersetzen bzw. zu tauschen sind. Dafür ist noch etwas länger Zeit, bis Basel III mit allen Übergangsfristen voll in Kraft ist.

Notenbankdirektor Andreas Ittner und der Aufsichtsmanager Philip Reading nannten die Kapitalübung heute auf jeden Fall "machbar". Wenn die Banken in den letzten fünf Jahren in der Krise 8 Mrd. Euro aufbringen konnten, "dann werden sie dies auch in den nächsten fünf Jahren schaffen", meint die Notenbank.

Weitere Risiken für die Profitabilität

Die Profitabilität der heimischen Banken habe sich heuer leicht erholt. Allerdings bestünden weiter Risiken. Insbesondere beim Nettozinsertrag, sagte Ittner mit Blick auf das tiefe Zinsniveau. Zu den Risiken zählt er vor allem die eingetrübte Konjunktur sowie politische Risiken in verschiedenen Märkten, womit die notleidenden Kredite zunähmen. Als Risiko bewertet die Nationalbank weiterhin den zwar sinkenden, aber noch immer hohen Bestand an Fremdwährungskrediten an die Haushalte.

Laut Ittner haben die Banken in Österreich immer noch ausreichende Puffer, um eine Verschlechterung des Umfelds auszuhalten. Er meine trotzdem, dass sich die Institute um weiteren Kapitalaufbau kümmern müssen, weil ja spätestens 2017 das Staats-Kapital zurückzuzahlen sei.

Trotz der heuer festgestellten verbesserte Profitabilität - im Vergleich zum schwierigen Jahr 2011 - blieben die Banken damit weiter auf Vor-Krisenniveau. Es handle sich überwiegend auch nicht um eine Verbesserung des operativen Geschäfts, sondern um Sondereffekte und geringere Kreditwertberichtigungen (Kreditrisikovorsorgen), befand die OeNB.

Kritik, die niedrigen Leitzinsen seien nicht in der Wirtschaft angekommen, kann die OeNB weiterhin nicht teilen.

Die Notenbank hat den Großbanken mit Osttöchtern vor einigen Monaten strenge Vorgaben zur Eindämmung von Ostrisiken gegeben. Ziel: Das Kreditwachstum muss künftig mit dem Einlagenwachstum Schritt halten. Von 41 Ost-Tochterbanken der Österreicher wichen nach einem ersten Zwischenstand nur drei auffällig ab. Es handle sich aber um kleine Banktöchter, die die Aufseher nun ins Gebet nehmen werden.

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