NÖ-Wahl: Was geschieht mit Barbara Rosenkranz?

NÖ-Wahl: Was geschieht mit Barbara Rosenkranz?

Die Verluste der Freiheitlichen in Niederösterreich waren im Vergleich zu jenen in Kärnten zwar nicht so dramatisch, doch die Debatte um Obfrau Barbara Rosenkranz kommt so sicher wie das Amen im Gebet.

Bei den NÖ Freiheitlichen ist nach dem Wahlsonntag, der den Verlust des Regierungssitzes und zweier Mandate im Landtag gebracht hat, für Donnerstagabend eine Sitzung des Landesparteivorstandes angesetzt. Landesgeschäftsführer Martin Huber sagte am Montag auf APA-Anfrage, dass man "nicht alles infrage stellen" müsse. Der Parteimanager ging somit nicht von personellen Konsequenzen aus. "Die Landespartei steht hinter der Obfrau" (Barbara Rosenkranz), stellte er vielmehr klar. Huber gestand freilich noch einmal ein, dass die NÖ Freiheitlichen mit einem Verlust von knapp 2,3 Prozentpunkten "nicht das Ergebnis erreicht" hätten, "das wir uns vorgestellt haben".

Die noch am Sonntag erhobene Forderung nach einem Rücktritt von Rosenkranz aus den Reihen des FPÖ-Seniorenringes Niederösterreich bezeichnete Huber am Montag als "Einzelmeinung". Obmann Benno Sulzberger habe das inzwischen "richtig gestellt".

Die Hintergründe des Wahlergebnisses

Zwei Rekorde brachte die niederösterreichische Landtagswahl am Sonntag: Die Grünen konnten sich über das historisch beste Ergebnis im Lande freuen, die SPÖ hatte einmal mehr einen historischen Tiefststand zu beklagen. Der ÖVP gelang zwar kein Rekord, aber sie hielt sich zum dritten Mal in Folge über 50 Prozent. Die FPÖ fiel wieder unter die Zehn-Prozent-Marke - und die neue Liste Stronach kam nahe daran; sie wurde damit auf Anhieb drittstärkste Partei. Das bescherte fast allen anderen ein Minus, die Grünen waren die einzigen, die zulegten.

Historisch betrachtet ist die Absolute für die ÖVP in Niederösterreich die Regel: Bei nur vier der bisher 15 Landtagswahlen seit 1945 lag sie unter der 50-Prozent-Marke. Dreimal davon in der Ära Haider, als die FPÖ kräftig zulegte. 44,23 Prozent waren das bisher schlechteste Ergebnis der ÖVP im Lande, eingefahren 1993, kurz nach Erwin Prölls Antritt als Landeshauptmann. Pröll ist es gelungen, die 1988 verlorene Absolute 2003 (mit einem Rekord-Zuwachs) zurückzuerobern und nun zum zweiten Mal zu verteidigen.

Von Rekord-Zuwächsen war am gestrigen Wahlsonntag keine Rede. Denn dass sich Frank Stronach bei seinem ersten Antreten fast zehn Prozent holte, bescherte fast allen anderen Parteien ein Minus. Einzige Ausnahme waren die Grünen, die wenig, aber doch (etwas mehr als einen Prozentpunkt) zulegten.

Der SPÖ blieb immerhin der eine Negativ-Rekord erspart, den sie 2008 erlitt: der des parteihistorisch größten Verlustes im Lande. Aber sie fiel noch einmal unter das schon damals bei weitem schlechtestes Ergebnis seit 1945 - und ist jetzt mit 21,59 Prozent nicht einmal mehr halb so stark wie zu ihrer besten Zeit, im Jahr 1979 mit 45,39 Prozent.

Die FPÖ musste nach der langen Phase der Zuwächse in Niederösterreich ein Minus hinnehmen (wenngleich freilich bei weitem gelinder als in Kärnten) - und sie verlor auch das Match um den dritten Platz. Den eroberte der Newcomer Stronach - wo "Frank" persönlich gegen Pröll in den Ring stieg - mit 9,83 Prozent. Die FPÖ landete auf Platz vier, mit 8,21 Prozent im vorläufigen Endergebnis knapp vor den Grünen mit 8,04 Prozent. Daran wird sich höchstwahrscheinlich nichts mehr ändern. Denn in Niederösterreich fehlen nur noch die wenigen in fremden Wahlkreisen abgegebenen Wahlkarten; sie werden am Dienstag ausgezählt.

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