Nicht alles ist Nieder-Meier: Heuer 6000 Insolvenzen weniger als 2012

Nicht alles ist Nieder-Meier: Heuer 6000 Insolvenzen weniger als 2012

Trotz Jahres der "VIP - Very Important Pleiten"mit Alpine, dayli, Niedermeyer hat bei den österreichischen Unternehmen ein eingesetzt

Aller guten Dinge sind drei: Nach dem KSV 1870 und dem AKV hat am Montag auch der Gläubigerschutzverband Creditreform eine Insolvenzstatistik für die ersten drei Quartale 2013 veröffentlicht - laut eigenen Angaben mit endgültigen Zahlen. Demnach gab es von Jänner bis September 4.398 Unternehmensinsolvenzen und 7.677 Privatinsolvenzen. Die Zahl der eröffneten Verfahren bei Firmeninsolvenzen sank um 4,5 Prozent auf 2.547, in "nur mehr" 1.851 Fällen (minus 9,9 Prozent) wurden die Insolvenzanträge von Unternehmen mangels kostendeckenden Vermögens zurückgewiesen. Heuer dürften insgesamt weniger als 6.000 Firmen insolvent werden.

Rund 20 Prozent der Firmeninsolvenzen waren bisher Sanierungsverfahren. Die Hauptursachen für die bisherigen Insolvenzen heuer waren laut Creditreform Managementfehler, Kapitalmangel und die allgemeine Wirtschaftslage.

Fürs Gesamtjahr rechnet Creditreform-Geschäftsführer Rainer Kubicki mit einem Rückgang der Gesamtinsolvenzen - abgewiesene als auch eröffnete - auf weniger als 6.000 an der Zahl: "Diese erfreuliche Entwicklung ist auch dem seit der Lehman Brothers-Insolvenz verzeichneten Umdenken der heimischen Unternehmen in Hinblick auf Eigenkapitalausstattung und Liquidität zu verdanken." Die Firmen achteten auch mehr denn je auf ihr Risikomanagement, ihre eigene Bonität und auch jene ihrer Geschäftspartner, so Kubicki.

Ein Rückgang der Insolvenzen im Gesamtjahr 2013 auf das Niveau von 2004 ist laut Creditreform prognostizierbar - trotz des vom Gläubigerschutzverband ausgerufen Jahres der "VIP - Very Important Pleiten" mit den Großinsolvenzen der Alpine, von dayli, Niemetz und Niedermeyer, die für eine Steigerung der Gesamtpassiva, betroffenen Gläubiger und Mitarbeitern sorgten. Denn alleine die Gesamtpassiva aus den Pleiten der Alpine, dayli und Niedermeyer belaufen sich auf rund 5,14 Mrd. Euro.

Insgesamt betragen die Verbindlichkeiten aus allen bisherigen Insolvenzen rund 6 Mrd. Euro. 70.000 Gläubiger und 24.500 Dienstnehmer sind betroffen. "Gläubigern sei daher weiter zur Sorgfalt bei der Lieferanten-Kreditvergabe geraten", so die Creditreform.

Im Bundesländervergleich gab es einen Anstieg der Insolvenzen nur in Kärnten (plus 18,4 Prozent) und Salzburg (plus 7 Prozent). Die höchste Insolvenzquote gab es in Wien, wo 17,3 Firmen pro 1.000 Unternehmen betroffen waren. In Österreich beläuft sich die Quote heuer bisher auf 12,8 Betriebe pro 1.000.

Haselsteiner und Waffenproduzent Glock sollen Flughafen Klagenfurt retten

Wirtschaft

Haselsteiner und Waffenproduzent Glock sollen Flughafen Klagenfurt retten

Regierung einig: Steuerreform vor Beschluss

Politik

Regierung einig: Steuerreform vor Beschluss

Slideshow
Shopping-Neuheiten: Diese Stores kommen heuer nach Österreich

Wirtschaft

Shopping-Neuheiten: Diese Stores kommen heuer nach Österreich