Nicht nur die Gemeinde schreibt Verluste: Wien Energie bilanziert tiefrot

Nicht nur die Gemeinde schreibt Verluste: Wien Energie bilanziert tiefrot

Schuld an den Verlusten der Wien Energie sollen unter anderem Abschreibungen auf Kraftwerke und eine Neubewertung der Pensionsrückstellungen sein.

Die Wien Energie GmbH hat im Geschäftsjahr 2011/12 (per Ende September) einen Verlust von rund 260 Mio. Euro eingefahren, nach einem positiven Konzernjahresüberschuss von rund 80 Mio. Euro im vorangegangen Geschäftsjahr. Grund dafür waren Sondereffekte aus der Neubewertung der Pensionsrückstellungen und aus Abschreibungen von Kraftwerken und Inlandsbeteiligungen, gaben die beiden Geschäftsführer Susanna Zapreva und Robert Grüneis Montagabend vor Journalisten bekannt. Für das neue Geschäftsjahr wird von einer deutlichen Verbesserung ausgegangen, das Ergebnis soll wieder positiv sein. Die Preise für Strom, Gas und Fernwärme bleiben jedenfalls über die Heizperiode stabil.

Das Ebit (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) betrug minus 221,2 Millionen Euro, nach einem Plus von 61,5 Millionen Euro. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) war mit 258 Millionen Euro negativ (nach plus 82,3 Millionen ). Der Konzernjahresüberschuss betrug 259,4 Millionen (plus 80,1 Millionen). Das Finanzergebnis wird mit minus 36,8 Mio. Euro angegeben, nach positiven 20,8 Millionen.

Der Umsatz stieg leicht um 0,5 Prozent auf 2,05 Milliarden Euro.

Bereinigt um die Sondereffekte ergäbe sich ein EGT von rund 70 Millionen Euro, hieß es gestern. Für das neue Geschäftsjahr wird von einem - ohne Berücksichtigung der Sondereffekte - stabilen Ergebnis ausgegangen.

Die Energiepreise werden zumindest über die Heizperiode stabil bleiben. Der Fernwärmepreis war zuletzt per Anfang Oktober angehoben worden. Die Strompreise der Wien Energie seien seit fast vier Jahren stabil. Bei den Gaspreisen habe man die Vorteile aus der Änderung der langfristigen Lieferverträge weitergegeben. In Summe seien dies für Haushalts- und Gewerbekunden im abgelaufenen Geschäftsjahr 9,1 Millionen Euro gewesen, so Grüneis.

Die Effekte aus der Umstellung bei den Rückstellungen für die mittelbaren Pensionen werden mit knapp 200 Millionen Euro angegeben. Dabei geht es im Wesentlichen um Änderungen der Rechnungslegungsvorschriften. Die Wiener Stadtwerke und damit auch die Wien Energie GmbH, die hauptsächlich für Erzeugung, Vertrieb und Fernwärme verantwortlich ist, haben im Zuge der Ausgliederung die Pensionsverpflichtungen der Stadt Wien übernommen. Für die Pensionsrückstellungen gelten ab 2013 neue Bewertungsvorschriften, wie etwa bei der sogenannten „Korridormethode“ oder dem Rechnungszinssatz. Insgesamt beliefen sich die Pensionsrückstellungen der Wien Energie GmbH auf rund 782 Millionen Euro.

Die Abschreibungen für die Gaskraftwerke lagen bei rund 70 Millionen Euro bzw. 60 Millionen Euro netto nach dem Gegenrechnen einer Abschreibungsverlängerung für das Wärmenetz. Die Abschreibungen auf Inlandsbeteiligungen wie EconGas, Verbund oder Burgenland Holding betragen in Summe rund 54 Millionen Euro. Davon entfallen auf die EconGas, an der die Wien Energie GmbH mit 16,5 Prozent beteiligt ist, rund 30 Millionen Euro.

Der Personalaufwand insgesamt erhöhte sich vor allem wegen der Effekte bei der Pensionsrückstellung um 225,0 Millionen auf 446,4 Millionen Euro. Beschäftigt waren in der Wien Energie GmbH Ende des Geschäftsjahres 2.779 Mitarbeiter, um rund 40 mehr als im Jahr davor. Die Zahl der Pensionisten beträgt etwas mehr als 1.000.

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