Neuer Aufsichtsrat für die Hypo

Neuer Aufsichtsrat für die Hypo

Es sind turbulente Zeiten für die Klagenfurter: Am Dienstag wurden die Verträge der bisherigen Aufsichtsratsmitglieder einvernehmlich gelöst, nun wird das Kontrollgremium auf fünf Mitglieder verkleinert.

Die in Turbulenzen steckende Hypo Alpe Adria hat heute in einer außerordentlichen Hauptversammlung einen neuen Aufsichtsrat erhalten. Finanzminister Michael Spindelegger (ÖVP) als Vertreter der Alleineigentümerin Republik Österreich erwartet sich von dem neuen Team eine "Professionalisierung und Entpolitisierung des Hypo-Aufsichtsrates", wie er am Freitag in einer Aussendung mitteilte.

Erst am Dienstag waren überraschend die Verträge der bisherigen Aufsichtsratsmitglieder einvernehmlich gelöst worden. Das Kontrollgremium wird zugleich von sechs auf fünf Mitglieder verkleinert. Die Hypo wird im Herbst in eine Abwicklungsgesellschaft umgewandelt, der Verkauf der Balkantöchter läuft gerade.

Neue Mitglieder sind Herbert Walter, ehemals Chef der Dresdner Bank, der in wenigen Tagen den Aufsichtsratsvorsitz der Hypo übernehmen soll, Wolfgang Hartmann, zuletzt ein Jahrzehnt Risikovorstand in Deutschlands zweitgrößter Bank, der Commerzbank, Alois Hochegger, ehemaliger Vorstandsdirektor der Kärntner Sparkasse und ehemaliger Sparkassen-Verbandspräsident, Regina Friedrich, ehemalige Geschäftsführerin einer internationalen Spedition mit Sitz in Graz und Christine Sumper-Billinger, Geschäftsführerin des Bundesrechenzentrums.

"Mit der Bestellung von zwei Expertinnen in den Hypo-Aufsichtsrat sowie der Verkleinerung des Aufsichtsrates haben wir bewusst zwei Zeichen gesetzt", sagt Spindelegger laut Presseaussendung: "Ich bin zuversichtlich, dass das neue Team das letzte Kapitel in der Geschichte der Hypo Alpe Adria nun engagiert angehen wird."

Draxler kritisiert Finanzminister

Herbert Walter folgt als Hypo-Präsident Klaus Liebscher nach, der im Februar frustriert sein Amt zurückgelegt hat. Der neue Aufsichtsrat wird erst in der ersten Juniwoche zu einer konstituierenden Sitzung zusammentreffen und dort den Vorsitzenden küren.

Wie kühl der als "einvernehmlich" beschriebene Abgang der bisherigen Räte ausfiel, ließ sich aus einer Mitteilung nach der Hauptversammlung ableiten: Demnach haben die bisherigen Aufsichtsratsmitglieder Dr. Rudolf Scholten, DI Dr. Helmut Draxler, Mag. Alois Steinbichler und KR Adolf Wala "die Gesellschaft in Kenntnis gesetzt, dass sie mit Ende der heute stattgefundenen ordentlichen Hauptversammlung ihren Rücktritt erklärt haben."

Draxler hatte in einem heute erschienenen Zeitungsinterview Kritik an den Ex-Finanzministern Fekter und Pröll geäußert, seiner Meinung nach sind rund um die Hypo-Notverstaatlichung gravierende Fehler passiert, und dass Fekter nicht schon früher eine Abbaueinheit für die Bank ins Leben gerufen habe, sei unverständlich und letztlich teuer gekommen.

18,3 Millionen Euro für CSI Hypo

Die Kosten für Berater in der Kärntner Skandalbank Hypo Alpe-Adria, die schon in den Genuss von 4,8 Milliarden Euro Staatsgeld gekommen ist, konnten auch 2013 nicht eingedämmt werden. Der Jahresbilanz ist zu entnehmen, dass allein die CSI Hypo vergangenes Jahr 18,3 Millionen Euro gekostet hat. 2012 waren es noch 7,5 Millionen Euro. Insgesamt beliefen sich die Kosten für Rechts-und Beratungsaufwendungen auf 31,9 Millionen Euro.

Großzügig zeigte man sich bei der Hypo auch bei der Ausbildung der Mitarbeiter. 2013 wurde eine eigene "Risiko-Akademie" ins Leben gerufen, mit deren Bildung gleich vier Anbieter beauftragt wurden. 860 Mitarbeiter wurden dort in 124 Kursen ausgebildet.

Haselsteiner und Waffenproduzent Glock sollen Flughafen Klagenfurt retten

Wirtschaft

Haselsteiner und Waffenproduzent Glock sollen Flughafen Klagenfurt retten

Regierung einig: Steuerreform vor Beschluss

Politik

Regierung einig: Steuerreform vor Beschluss

Slideshow
Shopping-Neuheiten: Diese Stores kommen heuer nach Österreich

Wirtschaft

Shopping-Neuheiten: Diese Stores kommen heuer nach Österreich