Nachbaur: Stronach vor Abschied - Innerparteilich donnert es weiter

Nachbaur: Stronach vor Abschied - Innerparteilich donnert es weiter

Frank Stronach werde "bald" sein Nationalratsmandat aufgeben, behauptete zumindest die Obfrau des Team Stronach Kathrin Nachbaur am Montag in der ZIB2. Ob er auch seine Funktion als Parteivorsitzender zurücklegen werde, "steht noch nicht fest".

Die Frontfrau der jungen Partei brachte sich auch just selbst als Nachfolgerin Stronachs ins Spiel. Gleichzeitig verteidigt Nachbaur Stronachs dürftige Mitarbeit im Hohen Haus (er hat zum Beispiel noch nie an einer Ausschusssitzung teilgenommen). Stronach sei nicht angetreten, "um im Tagesgeschäft aktiv mitzumischen, sondern um etwas in diesem österreichischen System des Stillstandes zum Besseren beizutragen".

Stronach werde selbst entscheiden, wann er sein Mandat zurücklege. Ein Rücktritt im Februar "könnte sein". Selten kritische Töne gab es seitens Nachbaur gegenüber den Personalentscheidungen ihres Chefs, diese benotet sie schlichtweg mit "Nicht genügend". Dennoch gebe es für Stronach einen Einser für politische Inhalte, Motivation und Ehrlichkeit.

Frühe Erfolge und erste Rückschläge
Das Aufsehen war groß, als Frank Stronach im August 2012 sein Antreten zur Nationalratswahl bekannt gibt. Mit vier Abgeordneten vom BZÖ verfügte Stronach bald auch über die ersten personellen Reserven. Bis November vergangenen Jahres hatte Stronach seinen Parlamentsklub zusammen.

Bei den Landtagswahlen im März 2013 gab es dann auch die ersten Erfolge für Stronach. In Kärnten (11,3 Prozent) und Niederösterreich (9,8 Prozent) gab es auf Anhieb Sitze in den Landesregierungen. Einen Rückschlag gab es bei der Landtagswahl in Tirol im April. 3,4 Prozent, gleichbedeutend mit dem Nicht-Einzug ins Landesparlament warf das Team Stronach erstmals zurück. In Salzburg konnte man mit 8,3 Prozent kurz darauf in den Landtag einziehen.

Lange Gesichter nach der Nationalratswahl
Der innerparteiliche Applaus bei den ersten Hochrechnungen zur Nationalratswahl war zwar groß, die dazugehörenden Gesichter aber lang. Mit 5,7 Prozent konnten die eigenen Erwartungen am 29. September nicht erfüllt werden. Mit Umfragewerten von acht bis zwölf Prozent träumte wohl auch der Parteigründer von Höherem. Desaströse Leistungen bei den unzähligen Fernsehdiskussionen, Stronach zeigte sich desöfteren politisch ahnungslos und verwirrt, gelten als Hauptgrund für das schwächere Abschneiden.

Und dann gab es auch noch eine gewisse Monika Lindner. Die ehemalige ORF-Chefin wurde im August als Dritte der Bundesliste zur Nationalratswahl aufgestellt. Zwei Tage später gab sie bereits ihren "Rücktritt" bekannt. Klubobmann Robert Lugar bezeichnete sie als "Speerspitze" der Partei gegen "das System ORF, Raiffeisen und Pröll". Für einen Rückzug von der Bundesliste ware es aber bereits zu spät. Dennoch wollte sie ihr Mandat nicht annehmen. Nach der Nationalratswahl änderte sie ihre Meinung. Als "wilde" Abgeordnete wollte sie fungieren. Nach einem Auftritt zur konstituierenden Sitzung und mehreren Korruptionsvorwürfen zog sich Lindner letztendlich doch noch zurück.

Der zugedrehte Geldhahn und Chaos in den Bundesländern
Stronach war mit dem Ergebnis bei der Nationalratswahl nicht zufrieden. Umgehend forderte er seine "Darlehen" gegenüber der Bundespartei zurück. Auch personell wird umgehend umgebaut. Robert Lugar fliegt aus der Parteispitze, auch die steirische Obfrau Waltraud Dietrich wird entfernt.

Das Chaos in den Bundesländern begann teilweise schon vor der Nationalratswahl. In Tirol zum Beispiel. Innerparteiliche Streitigkeiten führen dazu, dass mehrere Stronach-Listen zur Landtagswahl antreten wollten. Nach Beschluss der Landeswahlbehörde wurde nur die Liste des abgesetzten Landesgeschäftsführers Hans-Peter Mayr zugelassen. Stronach holt Mayr zurück an Bord, nur um ihn nach dem Scheitern am Einzug wieder zu feuern. Die Bewegung wurde daraufhin aufgelöst.

Auch in Kärnten und Vorarlberg donnerte es. Die Gruppe rund um Gerhard Köfer drohte mit Abspaltung. Forderungen nach mehr Autonomie wurden von Stronach sofort abgewiesen. Das Ergebnis: Siegfried Schalli wechselt zu den Kärntner Freiheitlichen, das Team Stronach verliert seinen Klubstatus.

Den Höhepunkt der regionalen Streitigkeiten bildet aber Niederösterreich. Die Landesgruppe fordert Antworten über demokratische Strukturen und Finanzierungen des Team Stronach. Letztendlich wurden Landesrätin Elisabeth Kaufmann-Bruckberger und Klubobmann Ernest Gabmann jun. aus der Partei ausgeschlossen. Ihre Mandate gaben beide Abgeordnete aber nicht her. Nach teils sehr persönlichen und öffentlichen Streitereien arbeiten Teile der ehemaligen Landesgruppe nun unter dem Namen "Team NÖ" weiter.

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