Nach dem Umbau trotzt die SCS
mit neuem Desgin der Konkurrenz

Die Kunden wurden zu "Gästen“ und der Infopoint zur "Rezeption“. Schon an der Sprache des Center-Managers Anton Cech erkennt man: in der Shopping City Süd (SCS) in Vösendorf blieb kein Stein auf dem anderen. "Wir sehen uns wie ein Vier-Sterne-Hotel. Bei uns stehen die Bedürfnisse des Kunden im Mittelpunkt“, so Cech.

Seit zwei Jahren wird das größte Einkaufszentrum Mitteleuropas mit mehr als 192.500 Quadratmetern Verkaufsfläche umgebaut. Nächste Woche findet das "Grand Opening“ statt. Der Eigentümer, die französische Immobilienfirma Unibail Rodamco, nahm für die Renovierung des in die Jahre gekommenen Konsumtempels mehr als 150 Millionen Euro in die Hand. "Die SCS ist wachsender Konkurrenz ausgesetzt. Durch die Modernisierung möchten wir verlorengegangene, einkommensstarke Kundenschichten aus unserem Einzugsgebiet, etwa Mödling, Baden und Perchtoldsdorf, zurückgewinnen“, so Cech.

Männerzonen, gratis WLAN und Kinderunterhaltung

Mit der Neugestaltung wurde das renommierte Pariser Designbüro Saguez & Partner beauftragt. Die Franzosen verpassten der 1976 gegründeten SCS einen zeitgemäßen Look: Viel Licht, weiße Verkleidungen und helles Holz schaffen eine luftig-leichte Atmosphäre. Dafür mussten teilweise die Decken aufgemacht werden. Außerdem wurden alle Böden einheitlich mit weiß-grauem Marmor verlegt und erinnern an die Copacabana, dem berühmten Strandboulevard in Rio de Janeiro.

Der einst etwas verschachtelt wirkende Bau wurde in unterschiedlich gestaltete Zonen geteilt, nämlich in "Garden City“, "Water City“, "Light City“ und "Basic City“. Am gesamten Areal wartet die SCS nun mit Kundenextras auf: Es gibt einen Regenschirm- und Kinderwagenverleih. Neu sind Männerzonen mit gemütlichen Sesseln und Fernsehern, wo den ganzen Tag Fußball läuft. Im gesamten Haus wurde gratis WLAN eingerichtet. Jungmütter finden Stillbereiche. "Früher war ein Shoppingcenter die Aneinanderreihung von Geschäften. Heute ist es ein Einkaufserlebnis, das Emotionen vermittelt und die Möglichkeit bietet, sich zu entspannen und Freunde zu treffen“, so SCS-Chef Anton Cech.

Dafür wird auch der Gastro-Anteil an der Gesamtfläche steigen. Früher lag dieser bei rund drei Prozent, künftig soll er mehr als zehn Prozent ausmachen. Auch neue Geschäfte öffnen derzeit im Wochentakt ihre Pforten: Anfang Dezember sperrt der Design-Modeshop Michael Kors auf, Mitte Dezember folgt der irische Textil-Discounter Primark. Insgesamt hat die SCS mehr als 330 Geschäfte. "Unser Ziel ist, dass zehn Prozent des Shop-Bestandes pro Jahr erneuert werden, so dass wir immer neue Angebote bieten können“, sagt Cech.

Die SCS-Investition ist durchaus gewagt: In Zeiten, in denen das Budgetloch die Bürger verunsichert und Konzerne massiv Mitarbeiter entlassen, ist die Konsumlaune der Österreicher nicht besonders gut. Laut aktuellen Daten der OECD sinkt heuer der private Konsum um 0,2 Prozent. Für kommendes Jahr sehen die Experten nur ein zartes Plus von 0,4 Prozent.

Mit der Modernisierungsoffensive will Anton Cech 2014 dennoch gut 1,3 Millionen mehr Besucher in die SCS locken. Derzeit liegt die Kundenfrequenz bei fast 22,3 Millionen jährlich. Ob das gelingt? Immerhin jagt der Online-Handel dem stationären Handel seit Jahren Marktanteile ab. Dazu sind zwei neue Einkaufszentren in Wien in Bau: die BahnhofCity am neuen Hauptbahnhof und Citygate im Norden der Bundeshauptstadt (siehe links). Immobilienexperte Walter Wölfler von CBRE: "Es gibt im Raum Wien bereits eine hohe Dichte an Einkaufsflächen. Gute Standorte wie die SCS aber sind rar. Wenn Einkaufszentren ihre Frequenzzahlen halten wollen, müssen sie in Qualität investieren, daran führt kein Weg vorbei.“

Die nächsten Ideen für weitere Investitionen hätte Anton Cech sogar schon. Neben der gerade modernisierten Station der Badner Bahn samt neuer Fußgängerunterführung wünscht sich Cech eine zweite Haltestelle.

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