Metaller-KV: Die Zeichen stehen auf Streik

Metaller-KV: Die Zeichen stehen auf Streik

Am Mittwochvormittag kündigte die Gewerkschaft an, dass am Dienstag, dem 29. Oktober, ab 6 Uhr früh ein unbefristeter Streik beginnt. Heute und in den nächsten zwei Tagen finden in den Betrieben dazu Betriebsversammlungen satt, die Streik-Komitees formieren sich.

Das letzte Mal hatten zehntausende Metaller im Jahr 2011 gestreikt, das waren aber nur Warnstreiks gewesen. Gewerkschafts-Verhandlungsführer Rainer Wimmer bekundete heute dennoch, bis zum 28. Oktober Mitternacht Tag und Nacht zu einer Lösung parat zu sein. "Wir lassen einfach nicht zu, dass den Arbeitnehmern Überstundenzuschläge weggenommen werden", sagte Wimmer vor Journalisten. Bliebe das Arbeitszeit-Junktim für einen KV-Abschluss aufrecht, stünden ab 29. Oktober früh alle Räder still.

Knackpunkt Arbeitszeitflexibilisierung

Zwölf Stunden, bis etwa zwei Uhr in der Früh, dauerte die vierte Verhandlungsrunde. "Wir sind heute den Gewerkschaften mehrere große Schritte entgegen gekommen. Diese haben sich allerdings keinen Millimeter bewegt", meinten die Arbeitgeber nach den Gesprächen. Sie hätten 2,3 Prozent mehr Geld angeboten, bei einer aktuellen Inflationsrate von 1,7 Prozent. Die Gewerkschaft verweist allerdings darauf, dass die durchschnittliche Inflationsrate des Vorjahres bei 2,4 Prozent lag, und dieser Wert traditionell den KV-Verhandlungen zugrunde gelegt werde.

Die Arbeitgeber verzichten nun darauf, Rauchpausen als Freizeit zu werten, beharren aber auf einer flexibleren Arbeitszeit, weil sich die Maschinen- und Metallwarenindustrie sonst "im internationalen Wettbewerb nicht mehr behaupten" könne. "Die aktuellen Auftragseinbrüche in Kombination mit den überzogenen und realitätsfremden Gewerkschaftsforderungen würden ein Loch von über 800 Millionen Euro in den Betriebskassen bedeuten und damit tausende Arbeitsplätze bedrohen", so die Arbeitgeber. Die Gewerkschaft sieht in dem geforderten Zeitkonto letztlich nur eine Aushöhlung der Überstundenzuschläge - was die Arbeitgeber von sich weisen. Außerdem wertet die Gewerkschaft die Verknüpfung des Zeitkontos mit den KV-Verhandlungen als "Erpressungsversuch". "Die Verantwortung für einen Arbeitskampf haben die Chefverhandler des FMMI", schließen daraus Rainer Wimmer (PRO-GE) und Karl Proyer (GPA-djp) in einer Aussendung nach Abbruch der Verhandlungen.

"Die Gewerkschaften wollten offenbar unbedingt die Eskalation. Das sieht man auch daran, dass schon vor dieser Verhandlungsrunde wieder Betriebsversammlungen für die nächsten Tage angesetzt wurden und nun Streiks im Raum stehen", schreibt hingegen FMMI-Obmann Christian Knill. Die Angekündigten Streiks würden die Betriebe "eine Menge Geld kosten, das für Investitionen, aber auch Lohnerhöhungen fehlen würde".

Der FMMI bot an, am 30. Oktober weiterzuverhandeln. Die Gewerkschaften wollten den Termin vorerst nicht bestätigen.

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