Mega-Klage: Holzkonzern Klausner will 120 Millionen Euro von Nordrhein-Westfalen

Mega-Klage: Holzkonzern Klausner will 120 Millionen Euro von Nordrhein-Westfalen

Nordrhein-Westfalen soll mehr als 120 Millionen Euro Schadenersatz an den Holzkonzern Klausner aus Tirol zahlen. Grund sind vertraglich zugesagte Holzlieferungen, die aber nicht erfolgten. Das berichtet die "Neue Westfälischen Zeitung".

Die Lieferungen waren nach dem Orkan Kyrill, der im Jänner 2007 die Wälder in NRW verwüstete, vereinbart worden. Nach Streit mit Klausner über die Preise war das Land 2009 vom Vertrag zurückgetreten. Nachdem gerichtlich aber die Gültigkeit des Vertrages bestätigt wurde, hatte der Holzkonzern am 28. Dezember 2012 beim Landgericht Münster zunächst eine Klage über 56 Millionen Euro Schadenersatz eingereicht. 48 Millionen Euro beziehen sich auf die Schließung des Sägewerks Adelebsen und acht Millionen Euro auf im Jahre 2009 ausgebliebene Fichtenholzlieferungen. Im Februar sei die Klage auf die Jahre 2010 bis Februar 2013 erweitert, teilte das Landgericht mit.

Klausner fordert nach Angaben von NRW-Umweltminister Johannes Remmel die Nachlieferung von jährlich 500.000 Festmeter Fichtenholz, davon 195.000 Festmeter aus dem Staatswald und 305 000 Festmeter aus Privatwäldern. Bleiben die Lieferungen aus, soll das Land weitere 68 Millionen Euro Schadenersatz leisten.

Holznachlieferungen

Um noch weitere Zahlungen zu vermeiden, will Remmel in diesem Jahr und vermutlich auch 2014, wenn der Vertrag ausläuft, zusätzlich 195.000 Festmeter Fichtenholz im Staatsforst einschlagen lassen. Eine Nachhaltigkeitsprüfung des Landesbetriebs Wald und Holz hat ergeben, dass die Erhöhung des Einschlags für eine beschränkte Zeit möglich ist. Später soll dann weniger Holz geschlagen werden. Zudem sollen in diesem Jahr 305.000 Festmeter sogenanntes Vermittlungsholz von privaten Waldbesitzern an den Holzkonzern geliefert werden.

Der normale Einschlag bei Fichtenholz beträgt in den Staatswäldern jährlich 200.000 Festmeter Fichtenholz. Aufgrund der Verdoppelung des Einschlags befürchtet der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland eine Plünderung des Staatsforstes. "Die Naturschutzverbände werden diese Kahlschlagsorgie nicht mitmachen", sagte Landesvorsitzender Paul Kröfges. Um die geplanten rabiaten Einschlagsmethoden zu verhindern, fordert Kröfges, dass das Land dem Holzkonzern bei den Millionenforderungen entgegen kommt. Kröfges befürchtet auch, dass das Land private Waldbesitzer mit Geld lockt, damit die 305.000 Festmeter geliefert werden können.

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