Kulterer und Co treten Haftstrafe an

Kulterer und Co treten Haftstrafe an

Für Ex-ÖVP-Obmann Josef Martinz und Ex-Landesholding-Vorstand Hans-Jörg Megymorez schließen sich demnächst die Gefängistore. Der ehemalige Hypo-Chef Wolfgang Kulterer hingegen könnte nach einer neuerlichen Schulter-OP vorübergehende Haftuntauglichkeit erwirken.

Die Justizanstalt Klagenfurt hat in den kommenden Tagen mit prominenten Neuzugängen zu rechnen. Nach der Bestätigung der Urteile in der Causa Birnbacher bleibt den Verurteilten bis zum 8. Mai Zeit, ihre Haftstrafen anzutreten. Allgemein wird davon ausgegangen, dass sich bis auf Wolfgang Kulterer, der an einer Schulterverletzung laboriert, alle Betroffenen bis dahin in der Purtscherstraße 2 melden.

Der frühere Hypo-Chef Kulterer war vor wenigen Wochen erneut an seiner Schulter operiert worden. Für die Dauer der Therapie nach der Operation wollte er eine Haftuntauglichkeit erwirken. Das wurde in erster Instanz am Landesgericht Klagenfurt abgelehnt, die Entscheidung des Oberlandesgerichtes Graz in dieser Frage steht noch aus. "Es geht uns um drei bis vier Wochen mehr Zeit für die Therapie", sagte Kulterers Anwalt Ferdinand Lanker auf Anfrage der APA.

Entgegen anderen Medienberichten gehe es seinem Mandanten nicht um einen Haftaufschub, sondern um gesundheitliche Aspekte. "Herr Kulterer wird seine Haft sicher antreten. Wenn ihm das Oberlandesgericht Graz Hafttauglichkeit attestiert, schon Anfang Mai", sagte Lanker.

Haftantritt von Martinz und Megymorez erwartet

Die übrigen Verurteilten, wie etwa Ex-ÖVP-Obmann Josef Martinz oder Ex-Landesholding-Vorstand Hans-Jörg Megymorez, haben laut Auskunft des Landesgerichtes Klagenfurt bis dato keine Anträge auf Haftaufschub bzw. Haftuntauglichkeit gestellt. Allgemein wird davon ausgegangen, dass sie ihre Strafen nach dem verlängerten 1. Mai-Wochenende antreten werden. Der in der Causa Birnbacher zu einer Zusatzstrafe von zwei Jahren verurteilte ehemalige Landesholding-Vorstand Gert Xander sitzt bereits im Gefängnis. Er hat seine im Prozess um die Pleitefluglinie Styrian Spirit erhaltene Strafe von 21 Monaten unbedingt angetreten, nun kommen noch einmal 24 Monate dazu. Diese wird unmittelbar an die Erststrafe "angehängt".

Dietrich Birnbacher wird wohl nicht - oder nur kurz - ins Gefängnis müssen, er erhielt drei Jahre Haft, davon aber nur sechs Monate unbedingt. Er könnte auf Vollzugsuntauglichkeit setzen, da er, wie er im Prozess erklärte, schwer zuckerkrank ist oder eine Fußfessel beantragen.

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