Kössen nach dem Hochwasser: "Ohne die Hilfe wären wir verloren"

Kössen nach dem Hochwasser: "Ohne die Hilfe wären wir verloren"

Die Sonne sendet ihre wärmsten Strahlen auf die 4.200 Einwohner Gemeinde Kössen im Bezirk Kitzbühel im Tiroler Unterland. Die Berggipfel rund um den im sogenannten Kaiserwinkl gelegenen Ort unweit der Grenze zu Bayern ragen mächtig in den Himmel. Tiroler Alpenidylle pur.

Betrachtet man das Panorama rund um Kössen, merkt man kaum etwas vom Ausmaß der einzigartigen Hochwasserkatastrophe. Doch hinter der prächtigen Fassade kämpfen Menschen seit dem vergangenen Wochenende um ihre nackte Existenz - und um ihre Zukunft.

Bürgermeister Stefan Mühlberger hetzt im Kössener Gemeindeamt von Einsatzbesprechung zu Einsatzbesprechung. Eine erste kleine Spur der Erleichterung kommt auf. "Es ist alles im Laufen. Aus fast allen Häusern wurde das Wasser inzwischen herausgepumpt", erklärte er der APA. Stolz berichtet er vom Zusammenspiel der Einsatzkräfte. 150 Feuerwehrleute und 190 Bundesheersoldaten sind rund um die Uhr im Einsatz, davon 160 Rekruten. "Das Bundesherr bleibt auf jeden Fall noch bis zum nächsten Freitag da. Wenn es sei muss, auch länger", meinte Mühlberger.

Der Bürgermeister berichtet vom Problem mit den ungeheuren Müllbergen, die sich in den vergangenen Tagen vor den Häusern ansammelten. Doch dies habe man mittlerweile in den Griff bekommen, indem man überall Transportcontainer aufstellte. "Und die Bauern fahren den Müll direkt von den Häusern zu den Zwischenlagerplätzen", zeigt sich der Ortschef erleichtert. Und schon wartet der nächste Termin auf ihn. Lagebesprechung mit Bundesheer-Oberst Gerhard Pfeifer.

Die Zusammenarbeit mit der Feuerwehren und den anderen Einsatzkräften klappe optimal, sagt dieser. Die Feuerwehr pumpe die Keller aus, das Bundesheer räume hinterher und helfe beim Aufräumen und Schlammwegschaufeln.

Über 100 Freiwillige

Für das Wochenende hätten sich weit über 100 Freiwillige gemeldet, erklärte unterdessen Gemeindemitarbeiter Thomas Mühlberger in einer Mischung aus Freude und einer Spur Fassungslosigkeit ob dieser Welle an Mitmenschlichkeit. Sie kommen von überall her - aus der Steiermark, aus Oberösterreich, aus Bayern. Der Andrang ist so groß, dass Mühlberger manche Helfer am Telefon vertrösten muss und fragt, ob sie nicht etwas später auch Zeit hätten.

Elisabeth Pircher vom Roten Kreuz sitzt inmitten von Kleiderbergen und sonstigen Utensilien in der alten Turnhalle der Volksschule und kann es immer noch nicht fassen. Alles Spenden, die sich schon bis an die Decke erstrecken. Umkleideräume platzen aus allen Nähten. "Es ist fast schon zu viel. Ich bin einfach überwältigt. Und die Leute brauchen es und holen die Sachen ab. Vor allem praktische Dinge wie Schuhe, Gummistiefel oder Putzmittel", sagt sie freudestrahlend. Heute sei trotz der Sperre der Felbertauernstraße sogar eine Familie aus Osttirol gekommen.

Hedi Plangger hat alles verloren. Das alte Bauernhaus ihrer Eltern wurde überschwemmt, in ihrem eigenen Haus stand das Wasser im Parterre eineinhalb Meter hoch. "Das ist jetzt ein Rohbau", meint sie. Bundesheer-Rekruten tragen die letzten Habseligkeiten ihrer Eltern aus dem Haus. Darunter einen Brief an die Mutter zum Muttertag. Hedi Plangger kann die Tränen nicht mehr zurückhalten und sagt: "Wir sind alle noch ziel- und planlos. Es kann nicht mehr geholfen werden als derzeit. Ohne die Hilfe wären wir verloren."

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