KMU in Österreich – Stagnation ist das Höchste der Gefühle

KMU in Österreich – Stagnation ist das Höchste der Gefühle

21 Prozent der Klein- und Mittelunternehmer gaben im dritten Quartal 2013 eine "schlechte" Geschäftsentwicklung an. Vor einem Jahr waren es 14 Prozent, geht aus dem aktuellen Konjunkturbericht für das Gewerbe und Handwerk hervor, den die Wirtschaftskammer (WKÖ) und die KMU Forschung am Dienstag in ein er Pressekonferenz vorstellten. Dramatisch: Bei 83 Prozent der Betriebe stagnieren die Umsätze oder gehen zurück. 34 von 42 Branchen sind im Minus.

Für die Wirtschaftskammer-Vertreter Grund genug, ihre Forderungen an die Politik zu erneuern. Einen konkreten Koalitionswunsch wollte man gegenüber der APA aber nicht äußern.

Laut dem Konjunkturbericht beurteilen nur noch 21 Prozent der Betriebe die Geschäftslage mit "gut", nach 28 Prozent im dritten Quartal 2012. Auch die Erwartungen für das letzte Jahresviertel fielen - verglichen mit dem Vorjahr - geringer aus. "Es zeichnet sich alles andere als ein Aufschwung ab", sagte der Direktor der KMU Forschung, Walter Bornett. Für ihn "dramatisch": Bei 83 Prozent der Betriebe stagnieren die Umsätze oder gehen zurück. "34 von 42 Branchen sind im Minus", so Bornett. Unter dem Strich sind die Umsätze der Sparte im ersten Halbjahr 2013 um 2,2 Prozent gesunken.

Beschäftigung halten

Eine "erfreuliche Nachricht" hatte Bornett dennoch. Gewerbe und Handwerk - in Österreich mit rund 650.000 Beschäftigten größte Arbeitgeber - werde bis Jahresende den Beschäftigungsstand halten. Bornett sieht keine "unmittelbare Gefahr für den Arbeitsmarkt, zumindest was das Gewerbe und Handwerk betrifft". Eine Entlastung der Arbeitslosenstatistik werde es in nächster Zeit allerdings ebenfalls nicht geben. Laut dem Konjunkturbericht beabsichtigen 12 Prozent der 4.135 befragten Betriebe, den Personalstand zu erhöhen, während sieben Prozent Mitarbeiter abbauen wollen.

Um die Aufträge und Umsätze anzukurbeln, haben die Wirtschaftskammer-Vertreter ihren Forderungskatalog an die Politik wiederholt. So soll die nächste Regierung einen "Handwerkerbonus" einführen, damit private Haushalte Sanierungskosten steuerlich absetzen können. Zudem soll die Schwellenwerte-Verordnung, die erst kürzlich bis Ende 2014 verlängert wurde, dauerhaft gesetzlich verankert werden. Gegen den Fachkräftemangel fordern sie ein eigenes Schulfach zur Berufsorientierung. Die Lehre soll so attraktiver werden. 54.000 bzw. 43 Prozent aller Lehrlinge werden in den Betrieben der Bundessparte Gewerbe und Handwerk ausgebildet.

Als weitere Forderungen formulierte der Obmann der Bundessparte, Konrad Steindl (ÖVP-Abgeordneter zum Nationalrat), erneut eine "bürokratische Entlastung" der Klein- und Mittelbetriebe sowie eine "zeitgemäße Sozialpolitik". Darunter versteht er flexiblere Arbeitszeiten und eine Senkung der Lohnnebenkosten. Außerdem müssten die Unternehmer gegen Krankenstandsmissbrauch geschützt werden. Es könne nicht sein, dass Mitarbeiter, die sich krankmelden, "über Twitter oder Facebook bekannt geben, wo sie waren und welch wunderbaren Tag sie verbracht haben", so Steindl.

Steindls Stellvertreter, Reinhard Kainz, sprach zudem eine Initiative des österreichischen EU-Kommissars Johannes Hahn an. Demnach plane Hahn bei den EU-Fördermitteln eine Schwerpunktsetzung auf Klein- und Mittelbetriebe. "Diese Initiative muss auf europäischer Ebene gestärkt werden", so Kainz. Die Gewerbe- und Handwerksbetriebe seien das Rückgrat der Wirtschaft und ein Jobmotor.

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