„Kleinliche Verbote, billige Schikanen“

„Kleinliche Verbote, billige Schikanen“

Eine Initiative namens „Mein Veto“ will die Bevormundung der Bürger bekämpfen. Doch geweckt. Mein Veto-Kämpfer und Philosoph Robert Pfaller stellte sich den Fragen von Format.

828 Unterstützer haben sich bisher für die Initiative „Mein Veto“ begeistern können, die „gemeinsam gegen Bevormundung aktiv“ werden will. Einer der Initiatoren der Aktion ist der Philosoph Robert Pfaller, weiters sind etwa der Verband der Brauereien Österreichs, der Fachverband Gastronomie und Marktforscher Rudolf Bretschneider an Bord.

Format: Ihre Initiative soll sich gegen zu viele Verbote und Regulierungen wenden. In welchen Bereichen stören Sie diese Verbote und Regulierungen?

Robert Pfaller: Die verheerendsten sind immer jene, die Bürger wie Kinder behandeln. Nehmen wir als Beispiel die Sicherheitsvorschriften in den U-Bahnen, die uns vor dem Spalt warnen, oder die Maßnahmen auf Flughäfen, wo die Leute die Schuhe ausziehen müssen, als ob sie in die Turnstunde müssten. Unsere Hauptsorge ist, dass Menschen im öffentlichen Raum nicht als vernünftige, mündige Bürger wahrgenommen und in ihrer Würde respektiert werden. Mit gouvernantenhaften Fürsorglichkeit, kleinlichen Verboten und billigen Schikanen täuscht die Politik Arbeit vor. Die echten Probleme, wie Massenverarmung und Jugendarbeitslosigkeit werden nicht gelöst.

Bei den Themen Alkohol und Tabak, die ja auch einen gesundheitspolitischen und nicht nur gesellschaftlich-philosophischen Aspekt haben, scheint ein Kampf gegen Verbote und Regeln aussichtslos. Weshalb machen Sie es dennoch?

Pfaller : Diese andauernde Panikmache in Gesundheitsfragen ist nicht nur politisch bedenklich; sie ist nicht einmal gesund. Es lässt sich noch kaum absehen, wie viele Menschen derzeit krank gemacht werden durch die eben von dieser Propaganda angeregte gesellschaftliche Entsolidarisierung. Plötzlich können sich die Menschen nicht mehr darauf verlassen, bei Verarmung oder Krankheit von der Gesellschaft aufgefangen zu werden. Vielmehr bekommen sie das Gefühl vermittelt, dass sie zunehmend für ihre eigenen Gesundheitskosten haften sollen.

Sie behaupten, die Initiative alleine und aus eigener Motivation gestartet zu haben. Fürchten Sie jetzt nicht, von Unternehmen, die die Initiative unterstützen, als Vorwand benutzt zu werden?

Pfaller: Es ist politisch immer so, dass man Allianzen bilden muss mit allen, die an einer Frage Interesse haben. Dass sich eine Initiative nicht von selbst trägt und für Ihre Gründung neben zeitlichem Engagement auch finanzielles von Nöten ist, ist logisch.Der Verlust an Selbstbestimmung und Würde trifft letztendlich den Bürger am härtesten. Es sollte im Interesse eines jeden Bürgers sein, der sein Leben selbstbestimmt gestalten möchte, sich gegen die schleichende Bevormundung zur Wehr zu setzen. Schließlich greift die Politik durch Verbote und Regulierungen direkt in den Alltag eines jeden Bürgers ein.

Sie sagen, Sie freuen sich über jede Art der Unterstützung - doch welche Unternehmen oder Parteien würden Sie als Partner ablehnen?

Pfaller: Unternehmen oder Parteien, die menschenverachtend agieren.

Was wollen Sie mit der Initiative konkret erreichen?

Pfaller: Unser Ziel ist es letztendlich, ein Umdenken auf politischer Ebene zu bewirken: Gesellschaftlichen Problemstellungen und Herausforderungen sollen zukünftig nicht pauschal mit Schnellschuss-Verboten entgegengewirkt werden. Vielmehr müssen sie differenziert betrachtet und behandelt werden. Konkret löst ein Alkoholverbot an öffentlichen Plätzen nicht das Problem sich ins Koma trinkender Jugendlicher.

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