Kärnten: Dreier-Koalition wird von Wählern begrüßt

Kärnten: Dreier-Koalition wird von Wählern begrüßt

Laut Meinungsforschern wird die Dreier-Koalition in Kärnten zwischen SPÖ, ÖVP und Grünen von den Wählern wohl begrüßt werden.

Die Bevölkerung werde die Koalition "kurz- bis mittelfristig mit gewissen Vorschusslorbeeren begrüßen", meinte etwa OGM-Chef Wolfgang Bachmayer im Gespräch mit der APA. Auch David Pfarrhofer (market) glaubt, dass die Kärntner diesem Modell "durchaus positiv gegenüberstehen" - auch angesichts der klaren Abwahl der FPK.

Pfarrhofer verwies darauf, dass der Wähler "in aller Regel" ja wolle, dass jene Partei, die man gewählt hat, auch in der Regierung vertreten ist. Dies treffe sowohl auf die Wähler von SPÖ, ÖVP als auch jenen der Grünen zu.

Auch Peter Hajek ("Public Opinion Strategies") sagte, er glaube nicht, dass es in Kärnten großen Widerstand gegen die Kenia-Koalition geben wird - "schlicht, weil man ja das andere will", verwies er auf die herbe Niederlage der bisherigen Nummer eins, der Freiheitlichen. Die nun vor Gründung stehende Dreier-Koalition lebe von den Persönlichkeiten - Peter Kaiser (S), Wolfgang Waldner (V) und Rolf Holub (G), so Hajek. Die Spitzenleute würden sich verstehen, solche Koalitionen würden "ganz stark von Persönlichkeiten" abhängen.

Bachmayer sagte, man könne zwar die neue rot-schwarz-grüne Koalition in Kärnten auf den ersten Blick "als radikale Richtungsänderung von rechts nach links bezeichnen". Allerdings müsse man bedenken, dass gerade in Kärnten die Zuordnung von rechts und links auch historisch gesehen - er verwies etwa auf die oftmals nach rechts ausgerichtete SPÖ - nicht so eindeutig war. So würden etwa auch die Grünen unter Holub eine "ziemlich pragmatische Ausgabe der Grünen" darstellen; auch die ÖVP unter Waldner entspreche "nicht der klassischen Tradition der ÖVP": der künftige Landesrat Waldner sei ja ein liberaler Vertreter seiner Partei.

Ob der Zusammenhalt der drei Parteien erhalten bleibt, werde sich erst zeigen, so Bachmayer. Im Wahlkampf habe SPÖ, ÖVP und Grüne ja vor allem die Gegnerschaft zur FPK zusammengeschweißt. Sachthemen hätten die drei Parteien nur wenige anzubieten gehabt - diese müssten nun kommen.

Im Bund sei die Große Koalition nach wie vor die beliebteste Variante, verweist Bachmayer auf eine Umfrage für den "Kurier" vom vergangenen Sonntag. Demnach würden sich 31 Prozent eine Fortsetzung von Rot-Schwarz wünschen. Einer gemeinsamen Regierung von SPÖ, ÖVP und Grünen würden 24 Prozent den Vorzug geben. Damit wäre diese Variante die erste Wahl, käme keine Mehrheit für die beiden Großparteien zustande.

Auch Hajek meinte dazu, dass es im Bund für Rot und Schwarz - alleine schon von den Persönlichkeiten her - mit den Grünen (unter Frontfrau Eva Glawischnig) "am einfachsten" wäre. Pfarrhofer betonte, dass die Skepsis der Wähler mit der Anzahl der an einer Koalition beteiligten Parteien steige. Auf Bundesebene werde die Frage, ob eine Dreierkoalition möglich ist, auch vom Wahlkampf abhängen. Fällt dieser recht hart aus, werde die Zusammenarbeit nachher schwerer, so Pfarrhofer. Sollte es in Kärnten funktionieren , könnte dieses "Experiment" aber vielleicht eine "Basis für eine Dreier-Koalition auf Bundesebene" sein, so der Experte.

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