Inseratengelder: Gratiszeitung Heute attackiert Standard

Inseratengelder: Gratiszeitung Heute attackiert Standard

Nachdem eine neue Plattform das ungewöhnlich hohe Inseratenaufkommen der Gratiszeitung Heute aus dem Umfeld der Stadt Wien dokumentiert hatte, versucht diese eine Gegenoffensive.

"So kassiert der Standard von öffentlicher Hand" titelt die Gratiszeitung Heute in ihrer Online-Ausgabe. In dem betreffenden Artikel wird der Versuch unternommen, Herkunft und Umfang der Inseratengelder der Tageszeitung Standard zu analysieren.

Insgesamt hätten in den vergangenen drei Jahren Unternehmen im Einflussbereich der Öffentlichen Hand gesamt 20 Millionen Euro für Anzeigen in dieser Zeitung ausgegeben, heißt es. Nicht ohne einen gewissen Zynismus heißt es weiter, der Standard habe auch Presseförderung erhalten. Das sei zu Lasten des Steuerzahlers geschehen.

Das Hickhack geht weiter

Gewisse Aversionen zwischen diesen beiden unterschiedlichen Tageszeitung gibt es schon seit längerem, doch weshalb kocht die Sache plötzlich über? Auslöser waren offenbar Berichte des Standard über die neue Online-Plattform dossier.at . Diese von Jungjournalistinnen und Jungjournalisten betriebene Site hat Mitte der Woche das Inseratengeschäft von Heute unter die Lupe genommen und dabei die erstaunlich hohe Bereitschaft von Unternehmen aus dem Umfeld der Stadt Wien dokumentiert, für diese vornehmlich in U-Bahnen aufliegende Zeitung Geld auszugeben. Heute-Herausgeberin Eva Dichand hat äußerst ungehalten auf die Faktensammlung reagiert und mit Klagen gedroht. Auch FORMAT hat über die Faktensammlung berichtet .

Duell geht weiter

Das Match um Inseratengelder könnte noch spannend werden. Zwar ist es für den Großteil der Leserinnen und Leser eher unwesentlich, was in der Medienbranche so vorgeht (oder was Journalisten über Journalisten schreiben), doch die Sache bekommt mit dem Stichwort "Inseratenaffäre" eine politische Dimension. Nicht nur Bundeskanzler Werner Faymann wird sich in den nächsten Wochen wohl noch einige unangenehme Fragen zu seiner Nähe zu Boulevardzeitungen gefallen lassen müssen.

Heute vs. Standard

Im Speziellen wird auch der Konflikt zwischen Heute und Standard weitergehen. Letzere Zeitung nimmt sich in regelmäßigen Abständen der Eigentümer- und Eigenschaften des Gratisblatts an - zuletzt etwa diesem Artikel über Frau Dichands Stiftung.

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