Inseratenaffäre: Verfahren gegen Faymann und Ostermayer eingestellt

Inseratenaffäre: Verfahren gegen Faymann und Ostermayer eingestellt

Bundeskanzler Werner Faymann und sein Staatssekretär Josef Ostermayer müssen nicht vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft Wien hat das Verfahren in der sogenannten Inseratenaffäre eingestellt, teilte sie am Dienstagnachmittag in einer Aussendung mit. Weder für die Asfinag noch für die ÖBB sei ein Schaden im strafrechtlichen Sinn nachweisbar gewesen, hieß es in der Begründung.

Eine Affäre, die doch keine war? Die Staatsanwaltschaft Wien sieht das offenbar so und hat das Verfahren gegen Bundeskanzler Werner Faymann und Staatssekretär Josef Ostermayer in der sogenannten Inseratenaffäre ingestellt. Die Medieneinschaltungen seien für die Asfinag positiv gewesen, und auch PR-Maßnahmen im Namen der ÖBB hätten "jeweils positiven Informations- bzw. Werbecharakter" beinhaltet. Was die Medienkampagne für die ÖBB betrifft, habe ein Gutachten sogar festgestellt, dass "ein objektiver Nutzen für die ÖBB vorlag und diese als Nutznießerin der Kampagne vom Bekanntheitsgrad des Ministers profitieren konnte".

Im Bundeskanzleramt ist die Einstellung des Verfahrens in der sogenannten Inseratenaffäre gegen Bundeskanzler Werner Faymann und Staatssekretär Josef Ostermayer (beide SPÖ) gelassen kommentiert worden. "Wir haben immer in die unabhängige Justiz vertraut", hieß es am Dienstagnachmittag in einer ersten Reaktion. Man habe mit der Einstellung des Verfahrens gerechnet, "weil an den Vorwürfen nichts dran war", sagte Susanna Enk, Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit im Kabinett des Kanzlers zur APA. Das Bundeskanzleramt habe zeitgleich mit der Aussendung der Staatsanwaltschaft Wien von der Einstellung des Verfahrens erfahren.

FPÖ: "Skandal der Sonderklasse"

Für FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky ist die Einstellung des Verfahrens gegen Bundeskanzler Werner Faymann und Staatssekretär Josef Ostermayer (beide SPÖ) in der Inseratenaffäre ein "Skandal der Sonderklasse". Vilimsky hatte die entsprechende Sachverhaltsdarstellung eingebracht. Er sieht die Einstellung als "politischen großkoalitionären Akt", wie er am Dienstagnachmittag gegenüber der APA meinte.

Auf der einen Seite sei er "schockiert", auf der anderen Seite habe er nichts anderes erwartet, sagte Vilimsky. Es handle sich um ein "ÖVP-Geschenk für einen künftigen SPÖ-Kanzler" und die Fortführung der Großen Koalition, erklärte Vilimsky mit Blick darauf, dass die Sache ja über den Schreibtisch der ÖVP-Justizministerin gewandert sei (was in derartigen Fällen vorgeschrieben ist, Anm.).

Einmal mehr pochte der FPÖ-Generalsekretär nun darauf, dass U-Ausschüsse Minderheitenrecht werden. Wenn man das erreicht habe, wolle er die Inseratenaffäre noch einmal zum Gegenstand einer parlamentarischen Untersuchung machen und auch Faymann dorthin vorladen, unterstrich Vilimsky. Die Causa war bereits im Korruptions-Untersuchungsausschuss Thema, damals verhinderten die Regierungsparteien aber die Ladung des Bundeskanzlers.

Empört euch!
Empört waren auch die Grünen: Deren Abgeordnete Gabriela Moser sah ebenfalls die "Notwendigkeit von Untersuchungsausschüssen im Parlament" verdeutlicht, um "wenigstens die politische Verantwortung" zu klären. Dass keine strafrechtliche Relevanz gegeben ist, überraschte sie nicht. Doch politisch bleibe der Skandal bestehen.

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