Hypo braucht binnen drei Wochen neues Staatsgeld

Hypo braucht binnen drei Wochen neues Staatsgeld

Ende November ist die staatliche Krisenbank Hypo Alpe Adria wieder unterkapitalisiert. Deshalb muss bis dahin eine weitere Staatshilfe-Tranche verbucht sein. Die bisher geflossenen Staatskapitalhilfen sind aufgebraucht. Mit der sommerlichen Staatskapitalspritze von 700 Mio. Euro war nur das damals akute Kapitalloch gestopft worden.

Damit kam die schwer defizitäre Bank nicht weit: Experten in der Hypo-Task-Force hätten nach APA-Informationen schon im Juli rund 950 Millionen Euro Staatskapitalbedarf errechnet - damals nur für das erste Halbjahr.

Das Milliardengrab Hypo ist auch kommende Woche zentraler Part der Koalitionsverhandlungen zu den Budgetnöten. Am Wochenende liefen telefonische Beratungen in der Hypo-Causa. Für die akute "November-Tranche" von, wie es heißt einigen hundert Millionen, werde noch gerungen, wie sie aufgestellt und gegenfinanziert wird. In Rede stand eine klassische Aktienkapitalerhöhung oder ein Nachschlag an Partizipationskapital, verlautete am Sonntag zur APA. Für einen Kapitalersatz mittels staatsgarantiertem Bond reicht jetzt die Zeit nicht.

Der staatliche Kapitaleinschuss von 700 Mio. Euro zum Halbjahresstichtag war so knapp wie möglich bemessen worden, womit der Löwenanteil auf die Monate danach verschoben wurde. Mit den 700 Millionen wurde bloß das per 30. Juni klaffende unmittelbare Kapitalloch - es fehlten 618,8 Millionen auf das gesetzliche Mindestkapitalerfordernis - geschlossen. Das ging sich gerade aus. Zugleich wurde aber bereits eine ursprüngliche Aufsichtsvorgabe für die Hypo fallengelassen, bis Dezember samt Risikopuffern 12,4 Prozent Eigenmittelquote erreichen zu müssen.

Mindestens eine Milliarde Euro wird für den Jahresabschluss 2013 dem Vernehmen nach trotzdem noch nötig, damit die Bank bilanzieren kann, es kann aber auch mehr werden. In Rede stehen auch 1,3 Milliarden. Damit müssen weitere kapitalzehrende Verluste abgedeckt werden, die teure Beteiligungsabschreibungen nach den seit September bindenden EU-Restrukturierungsauflagen nach sich ziehen.

Bisher stecken mehr als 3,8 Mrd. Euro an Steuergeld (vom Bund) in der Problembank. Zusammen mit einem früheren Zuschuss des Landes Kärnten summiert sich die öffentliche Kapital-Stütze bis jetzt auf mehr als 4 Mrd. Euro.

Bund, Republik und Aufsicht haben gleich nach der Freigabe der 700-Millionen-Überweisung bestätigt, dass für das restliche Jahr bzw. den Jahresabschluss 2013 weiteres Steuergeld fließen muss. Freitag wurde dazu heftig verhandelt. Am späten Freitagabend bestätigte die Hypo dann die neuerliche drohende Unterkapitalisierung und finale Verhandlungen für neue Zuschüsse zunächst bis Ende November. Zahlen wurden dazu noch nicht verlautbart.

Zusammen mit den für den Halbjahresabschluss geflossenen 700 Bundes-Millionen könnte sich die der Gesamtbedarf an Kapitaleinschuss vom Bund im Gesamtjahr 2013 in Summe auf 1,7 bis 2 Mrd. Euro belaufen, heißt es von Experten. Es sei denn, es ginge sich im Eilverfahren noch eine so genannte "Bad Bank" aus.

Dass heuer noch mindestens eine Milliarde in die Hypo gepumpt werden muss, überrascht in der Regierung niemand. Der Bund selbst hat in den Beihilfeverhandlungen mit Brüssel den Hypo-Kapitalbedarf für 2013 vorsorglich mit 1,9 Milliarden bis schlimmstenfalls 3 Milliarden Euro beziffert (inklusive der heuer schon geflossenen 700 Millionen). Die Regierung war aber überzeugt, dass es zur Höchstsumme nicht kommt, eine Bad Bank sollte den Kapital-Zuschussbedarf auch deutlich absenken. Für eine Bad Bank sollen Varianten in den nächsten Tagen präsentiert werden. An der Lösung sollen sich vorzugsweise die anderen Großbanken maßgeblich beteiligen.

Die von Brüssel befohlenen Abbauvorgaben, teure Wertberichtigungen auf Kredite und Beteiligungen sowie eine Verlustabdeckung für die skandalgeschüttelte Tochter in Italien haben die staatliche Kärntner Krisenbank im ersten Halbjahr per Ende Juni 2013 einen Nettoverlust von 859,8 Mio. Euro ausweisen lassen. Seit September liegt aus Brüssel der Bescheid für den Rückbau der Bank vor, die Bewertungen fürs Gesamtjahr basieren nun nicht mehr nur auf Annahmen.

Haselsteiner und Waffenproduzent Glock sollen Flughafen Klagenfurt retten

Wirtschaft

Haselsteiner und Waffenproduzent Glock sollen Flughafen Klagenfurt retten

Regierung einig: Steuerreform vor Beschluss

Politik

Regierung einig: Steuerreform vor Beschluss

Slideshow
Shopping-Neuheiten: Diese Stores kommen heuer nach Österreich

Wirtschaft

Shopping-Neuheiten: Diese Stores kommen heuer nach Österreich