Hypo-Prozess: Die Bank zahlte für Vorzugsaktien überhöhte Zinsen

Hypo-Prozess: Die Bank zahlte für Vorzugsaktien überhöhte Zinsen

Im Untreueprozess gegen ehemalige Manager der Hypo Bank-Alpe-Adria hat der Gerichtsgutachter festgestellt, dass die Hypo für die Vorzugsaktien 2006 zu hohe Zinsen zahlte und dadurch der Bank ein Schaden entstanden ist.

Die ehemaligen Vorstände der Hypo Alpe Adria, Josef Kircher, Wolfgang Kulterer, Siegfried Grigg und Tilo Berlin werden von Gerichtsgutachter Karl Hengstberger für die Zahlung überhöhter Zinsen für Vorzugsaktien im Jahr 2006 verantwortlich gemacht.

Den Schaden errechnete Hengstberger aus der Differenz der ausgezahlten Dividende, die "marktunüblich hoch" gewesen sei und jenem Betrag, mit dem sich die Hypo am Kapitalmarkt hätte finanzieren können. Dazu hat er jede Transaktion einzeln beurteilt und durchgerechnet. Er stellte fest, dass Zinsen für die Vorzugsaktien gemessen an der relativ kurzen Laufzeit und den Sicherheiten in Form von Nebenabsprachen zu hoch gewesen seien. Als Indiz dafür wertete der Gutachter die Tatsache, dass beispielsweise die Flick-Privatstiftung die Put-Option nicht ausübte. Das Investment sei für sie also trotz gestiegener Marktzinsen vorteilhaft gewesen sei, schloss er.

Privatgutachten beeindrucken Hengstberger nicht

Ebenso detailreich widersprach er den von den Verteidigern eingebrachten Gutachten. Auf eine diesbezügliche Frage von Richter Christian Liebhauser-Karl erklärte Hengstberger, die Privatgutachten hätten nichts an seiner ursprünglichen Meinung geändert. Die von der Verteidigung eingebrachten Urkunden habe er berücksichtigt und sie hätten seine ursprüngliche Einschätzung der Lage nur bestärkt.

Die Verteidigung beantragte daraufhin die Vertagung der Hauptverhandlung um drei Wochen. Es seien vom Gerichtssachverständigen völlig neue Aspekte eingebracht worden, die man erst mit den Angeklagten und den Privatgutachtern erörtern müsse, erklärten die Anwälte. Dem widersprachen sowohl Staatsanwalt als auch der Angesprochene selbst. Es habe sich am Kern des Themas nichts geändert, nämlich, dass kernkapitalschädliche Nebenabsprachen verschwiegen worden seien, erklärte Staatsanwalt Robert Riffel. Dreh- und Angelpunkt seien die Risiko und Verlustabdeckungsfähigkeit des Kapitals - ja oder nein und die angemessene Verzinsung - ja oder nein, so Riffel.

Schöffensenat lehnte Antrag der Verteidigung ab

Der Schöffensenat lehnte den Antrag der Verteidiger denn auch ab. Der Sachverhalt sei seit Beginn der Verhandlung bekannt, erklärte der Richter. Es handle sich bei dem von den Verteidigern vorgebrachten Einwand um eine rein rechtliche Frage.

Die Hauptverhandlung wird wie geplant am Mittwoch fortgesetzt. Die Urteile werden nicht vor Donnerstag erwartet.

Haselsteiner und Waffenproduzent Glock sollen Flughafen Klagenfurt retten

Wirtschaft

Haselsteiner und Waffenproduzent Glock sollen Flughafen Klagenfurt retten

Regierung einig: Steuerreform vor Beschluss

Politik

Regierung einig: Steuerreform vor Beschluss

Slideshow
Shopping-Neuheiten: Diese Stores kommen heuer nach Österreich

Wirtschaft

Shopping-Neuheiten: Diese Stores kommen heuer nach Österreich