Hypo-Österreich für 65,5 Mio. Euro an Srei-Miteigentümer verkauft

Hypo-Österreich für 65,5 Mio. Euro an Srei-Miteigentümer verkauft

Die Hypo Alpe-Adria-Bank (HAAB), die Österreich-Tochter der Kärntner Hypo Alpe Adria International AG, ist heute um 65,5 Mio. Euro an die Anadi Financial Holdings Pte. Ltd des britischen Staatsbürgers mit indischen Wurzeln, Sanjeev Kanoria, verkauft wurden. Hypo-Chef Gottwald Kranebitter und Sanjeev Kanoria haben heute in Wien den Verkaufsvertrag unterzeichnet.

Als Mitglied der namhaften indischen Kanoria-Famile ist der Käufer auch an der indischen Srei-Gruppe beteiligt, die bisher als wahrscheinlicher Käufer der Österreich-Tochter im Gespräch war. Der Aktienkaufvertrag unterliegt noch mehreren Closing-Bedingungen, insbesondere der Bewilligung durch die Finanzmarktaufsicht.

Der Kaufpreis betrage nach Maßgabe der Bestimmungen im Purchase Agreement 65,5 Mio. Euro, so die Bank. Die Anadi Financial Holdings Pte. Ltd. steht im wirtschaftlichen Alleineigentum von Sanjeev Kanoria.

"Herr Dr. Sanjeev Kanoria und sein Unternehmen Anadi sind ein klarer Bestbieter von internationalem Format, ausgewiesener Geschäftserfahrung und mit starkem regionalem Bekenntnis", so Hypo-Chef Kranebitter.

"Neue Produkte, weitere Märkte und die Förderung der Kernregion sind die Ziele unserer Geschäftsbeziehung", kommentierte Sanjeev Kanoria den Abschluss.

Landesgarantien bleiben bestehen

Vom Verkauf bleiben die bestehenden Garantien, die das Land Kärnten für die Hypo-Österreich übernommen hat, "unberührt und sind weiterhin gültig", so die Kärntner Bank am Freitag. Bei der Vertragsunterzeichnung sei besonders das starke Bekenntnis zur Region und den Entwicklungspotenzialen der Hypo in Kärnten durch den Investor hervorgehoben worden, wird betont.

Die Kärntner Bank soll in Zukunft auch durch die "strategische und finanzielle Expertise" der Srei-Gruppe unterstützt werden, an der der Käufer Sanjeev Kanoria Anteile hält, und die von seinen beiden Brüdern Hermant und Sunil Kanoria geleitet wird.

Beide Seiten betonten heute anlässlich des Signings, dass zeitnah die Voraussetzungen für ein abschließendes Closing erfüllt werden sollen. Nach diesem letzten Schritt der Privatisierung stünde "einem neuen Kapitel der Regionalbank, unterstützt durch internationale Kraft und Engagement, nichts mehr im Wege".

Die Vertragsunterzeichnung mit dem britisch-indischen Geschäftsmann wird als "wichtigen Schritt in Richtung Privatisierung nach gelungener Restrukturierung" bezeichnet. Kanoria sei mit seiner Anadi Financial Holdings der Bestbieter gewesen. Die Vertragsunterzeichnung sei ein vorletzter wichtiger Schritt für den Abschluss der Privatisierung der Hypo in Kärnten.

Sanjeev Kanoria war eigens zur Unterzeichnung nach Wien gereist. Das künftige Engagement von Anadi Financial verspreche für die Hypo in Kärnten die Möglichkeit, neue Produkte in weiteren Märkten anzubieten und ihre Marktstellung auszubauen und weiter zu festigen, so der Investor.

"Trotz europaweit schwierigster Marktbedingungen ist es gelungen, auf die nachhaltige Sanierung unserer Österreich Tochter nun einen wichtigen Privatisierungsschritt folgen zu lassen", so Kranebitter. Kanoria verfüge über erstklassige Erfahrung im internationalen Geschäft und hervorragende Verbindungen zu führenden Finanzunternehmen.

"Das zentrale Ziel unserer Bemühungen ist neben dem Erhalt des Charakters einer österreichischen Bank vor allem die absolute Sicherheit für die Geldeinlagen der Kunden und eine wohlüberlegte Unterstützung von Initiativen und Unternehmen aller Branchen mit der gebotenen kaufmännischen Sorgfalt", betonte Kanoria. Da das Unternehmen bereits 117 Jahre am Markt tätig sei, "bringen wir Strategien mit ein, die eine laufende Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter sicherstellen, um auch in den kommenden Jahrhunderten gesund zu wachsen", so Kanoria.

Die jetzt so gut wie verkaufte Österreich-Tochter durchlief nach der Verstaatlichung der Hypo Alpe Adria Bank im Dezember 2009 ein Restrukturierungs- und Sanierungsprogramm. Die Bilanzsumme wurde im gut ein Drittel auf rund 4 Mrd. Euro geschrumpft. 2012 betrug das EGT 17 Mio. Euro. Mehr als 450 Mitarbeiter betreuen an 14 Standorten in Kärnten, Salzburg und Wien rund 56.000 Kunden. Auch über 470 Gemeinden und Vereine in Kärnten zählen zu den Kunden der Bank.

Haselsteiner und Waffenproduzent Glock sollen Flughafen Klagenfurt retten

Wirtschaft

Haselsteiner und Waffenproduzent Glock sollen Flughafen Klagenfurt retten

Regierung einig: Steuerreform vor Beschluss

Politik

Regierung einig: Steuerreform vor Beschluss

Slideshow
Shopping-Neuheiten: Diese Stores kommen heuer nach Österreich

Wirtschaft

Shopping-Neuheiten: Diese Stores kommen heuer nach Österreich