Hypo NÖ: Staatsanwaltschaft weitet Ermittlungen auf London aus

Hypo NÖ: Staatsanwaltschaft weitet Ermittlungen auf London aus

Simon Himberger bleibt am Ball. Seit Sommer 2012 beackert der junge Korruptionsstaatsanwalt die Affäre rund um die Hypo Niederösterreich – und ärgert damit Niederösterreichs Landesvater Erwin Pröll. Der bemüht sich regelmäßig, die vier Jahre laufenden ­Ermittlungen im Keim zu ersticken.

Dem mächtigen Landeshauptmann ist das auch mehrfach gelungen. Das Ende 2009 von der Finanzmarktaufsicht angezeigte Strafverfahren wurde exakt dreimal von der Staatsanwaltschaft eingestellt. Als die Causa „Hypo N֓ (Aktenzahl: 3 St25/12g) am Tisch von Simon Himberger landete, legte der wieder los.

Die Sache schien schon in Vergessenheit geraten zu sein. Doch eingestellt wurde sie nicht, wie sich herausstellt: Im November stellte die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft in Wien ein Rechtshilfeersuchen an die „UK ­Central Authority“ in London. Laut dem FORMAT vorliegenden Papier soll die Spurensuche an der Themse Hinweise für die Aufklärung der mutmaßlichen Verlustvertuschung in der landeseigenen Hypo Niederösterreich bringen.

Konkret wird gegen Hypo-NÖ-Chef Peter Harold und drei Ex-Bankmanager ermittelt. Harold und Co. haben die Vorwürfe gegen sich und die Bank stets ­zurückgewiesen und betont, sich gesetzeskonform verhalten zu haben, was Himberger aber genau überprüft.

In London will er (Ex-)Manager der BNP Paribas, die „sich dauernd im Vereinigten Königreich aufhalten“, von ­Scotland Yard als Zeugen zu der Causa einvernehmen lassen. Das Rechtshilfe­ersuchen vom 11. November 2013 enthält 54 Fragen, deren Beantwortung Himberger mit Spannung erwartet.

Ärger mit Aquarius

Der Vorwurf der ­Bilanzfälschung könnte sich erhärten. Im inkriminierten Jahresabschluss 2008 sollen Harold und Kollegen „insbeson­dere hinsichtlich einer Veranlagung namens Aquarius (…) den wirtschaftlichen Gehalt dieser Veranlagung“ falsch dargestellt haben. Offiziell war es ein stinknormales Investment. Doch durch Aquarius soll ein Bilanzgewinn von drei Millionen Euro dargestellt worden sein, den es laut Ansicht des Staatsanwalts gar nicht gab. Hintergrund: Fehlgeschlagene Lehman-Investments hatten damals ein Loch in die Bilanz gerissen.

Gegenüber dem Hypo-NÖ-Aufsichtsrat soll der Aquarius-Deal „als direkt mit der BNP Paribas abgewickelt“ verkauft worden sein. Doch diese Bank war am Ende nicht mehr dabei. Die Transaktion wurde „unter der Zwischenschaltung der Lessika-Anstalt“, einem stiftungsähnlichen Vehikel, durchgeführt, wodurch der Bank laut Akt „ein Schaden von zumindest 750.000 Euro entstand“ sei. Auf ­Basis der fragwürdigen Bilanzen wurden drei Millionen Euro Dividenden ausgeschüttet und Auszahlungen von „Zinsen und Ergänzungskapital von 743.521,11“ veranlasst.

Bis zum Sommer sollte eine Antwort auf das Rechtshilfeersuchen in Wien eintrudeln. So lange wird die Hypo NÖ für Landeshauptmann Erwin Pröll wohl noch ein Ärgernis bleiben.

Haselsteiner und Waffenproduzent Glock sollen Flughafen Klagenfurt retten

Wirtschaft

Haselsteiner und Waffenproduzent Glock sollen Flughafen Klagenfurt retten

Regierung einig: Steuerreform vor Beschluss

Politik

Regierung einig: Steuerreform vor Beschluss

Slideshow
Shopping-Neuheiten: Diese Stores kommen heuer nach Österreich

Wirtschaft

Shopping-Neuheiten: Diese Stores kommen heuer nach Österreich