Hypo ganz am Ende? Insolvenz wäre um 5,3 Milliarden günstiger als Sanierung

Hypo ganz am Ende? Insolvenz wäre um 5,3 Milliarden günstiger als Sanierung

Die Insolvenz der im Dezember 2009 notverstaatlichten Hypo Alpe Adria wäre nach Berechnungen des Hypo-Finanzprokurators Wolfgang Peschorn um 5,3 Milliarden Euro günstiger als die laufende Sanierung.

Wien/Klagenfurt. Heute erhält die Kärntner Staastbank Hypo Alpe Adria die erste Tranche der für das Überleben der Bank notwendigen Milliarde Euro. Ohne den Kapitalzuschuss wird es der Hypo nicht möglich sein, einen Jahresabschluss zu machen und die Bank weiterzuführen.

Von dem dringend benötigten Geld bekommt die im Dezember 2009 notverstaatlichte Bank vorerst allerdings nur 250 Millionen Euro. Die restlichen 750 Millionen werden zurückgehalten und frühestens in der Woche vor Weihnachten ausgezahlt. Finanzprokurator Wolfgang Peschorn hat für die Auszahlung allerdings zwei nahezu unerfüllbare Auflagen gestellt:

Erstens muss die Hypo binnen einer Woche einen testierten Zwischen-Jahresabschluss vorlegen und zweitens soll die Hypo eine Garantie abgeben, dass sie keine weiteren staatlichen Zuschüsse mehr benötigen wird.

Der Hintergrund dafür ist, dass Peschorn am Mittwoch ein Insolvenz-Szenario auf den Tisch gelegt hat, das seinen Berechnungen zufolge um 5,3 Milliarden billiger wäre als die derzeitige Abwicklung und zieht daraus den Schluss, dass es besser wäre, endgültig den Stecker nzu ziehen, statt der Bank immer wieder Geld zuzuschießen.




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Die Folgen einer Insolvenz wären allerdings dramatisch: Das Land Kärnten würde dadurch pleite gehen und die Anleger würden abgesehen von der im folgenden Insolvenzverfahren zugeteilten Quote kein Geld mehr bekommen. Der Bund würde abgesehen von der einen Milliarde, für die er die Haftung übernommen hat, nicht für die Bank gerade stehen.

Seit Peschorn sein Insolvenz-Szenario vorgelegt hat herrscht in der Bank helle Aufregung. Die Rating-Agenturen haben bereits Anfragen zu der Zukunft der Bank gestellt und intern gibt es heftigen Widerstand gegen eine endgültige Hypo-Insolvenz. Aufsichtsrats-Präsident Klaus Liebscher versucht zu beruhigen. Er ließ ausrichten, dass es mit ihm als Aufsichtsrats-Präsident kein Insolvenzszenario gibt.


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