Hypo Alpe Adria: Fekter weist Ditz-Kritik zurück

Hypo Alpe Adria: Fekter weist Ditz-Kritik zurück

Finanzministerin Maria Fekter kann die Kritik von Johannes Ditz am Regierungskonzept zur Zukunft der Bank nicht nachvollziehen.

Dass die Regierung nicht optimal verhandelt habe, wies Fekter am Dienstag mit knappen Worten zurück: "Genau das Gegenteil ist der Fall", sagte die Ministerin am Rande des Ministerrates.

Finanzstaatssekretär Andreas Schieder sieht den Vorwurf offenbar eher in Richtung Fekter als an Bundeskanzler Werner Faymann gerichtet: "Ich glaube, dass dieser Vorwurf nicht an den Bundeskanzler gerichtet war und nicht an den Bundeskanzler zu richten ist. Der Rest ist eher eine Auseinandersetzung, die im Konservativen Lager zu suchen ist", sagte Schieder.

Werner Kogler, stellvertretender Bundessprecher der Grünen, sprach sich bezüglich der Hypo-Restrukturierung heute für einen Neustart aus: "Zurück an den Start. Ein neues solides Konzept muss nach Brüssel", forderte Kogler am Dienstag.

Finanzministerin Fekter sei bei der Hypo "offensichtlich die Budgetlüge nach wie vor wichtiger, als die günstigste und schonendste Lösung für die SteuerzahlerInnen", kritisierte Kogler. Der von Fekter vorgelegte Finanzrahmen werde damit zur Makulatur.

Fekter sei schon ein Jahr lang säumig, sie wisse seit über einem Jahr Bescheid, dass die "Bad Bank-Lösung" die geeignetste Lösung für die Schadensminimierung wäre. "Offensichtlich setzt sie das Tricksen, Täuschen und Tarnen aber fort, anstatt ein ehrliches und solides Konzept mit den Organen der Bank auszuarbeiten und in Brüssel zu verhandeln. Denn den SteuerzahlerInnen ist die Budgetwahrheit zumutbar", so Kogler, der Fekter für "rücktrittsreif" hält.

"Mit Ditz ging definitiv der Falsche", so Kogler. Der Ministerin sei nichts besseres eingefallen, als den völlig vermurksten Weg ihres Vorgängers in der Hypo-Causa fortzusetzen. Schwarze Minister hätten mit der Hypo Milliarden versenkt. Aus einem ursprünglich "blauen Skandal" ist laut Kogler damit "eine ÖVP-Affäre" geworden, bei der die Kanzlerpartei SPÖ tatenlos zuschaue.

Liebscher kein Kandidat für Ditz-Nachfolge

Ex-Nationalbank-Gouverneur Klaus Liebscher, der derzeit als Chef der staatlichen Bankenholding Fimbag und Hypo-Aufsichtsratsmitglied wesentlich in die Restrukturierung der notverstaatlichten Kärntner Hypo eingebunden ist, sieht sich währenddessen nicht als Nachfolger von Johannes Ditz. Dies sei zwar eine Entscheidung des Eigentümers, der er nicht vorgreifen wolle, er habe aber "so viele andere Aufgaben" und sehe sich daher nicht als Kandidat. Liebscher wurde angeblich vom Finanzministerium als Nachfolger von Ditz bevorzugt.

Vielschichtige Kooperation mit Srei-Gruppe vereinbart

Gleichzeitig mit dem Verkauf der Österreich-Tochter der Kärntner Hypo Alpe Adria Bank International AG ist am vergangenen Freitag auch ein umfangreicher Kooperationsvertrag mit der indischen Srei-Finanzgruppe abgeschlossen worden. Geführt wird die Srei-Gruppe von den Brüdern des indisch-stämmigen Briten Sanjeev Kanoria, der mit seiner eigens dafür gegründeten Anadi Financial Holdings mit Firmensitz in Singapur den Zuschlag für die Hypo-Österreich erhalten hatte.

Bei der geplanten, wechselseitigen und vielschichtigen Zusammenarbeit gehe es vor allem um die gegenseitige Nutzung des Kundenstocks, den Aufbau eines Handels- und Rohstofffinanzierungsgeschäfts zwischen Indien/Südostasien und Österreich/Europa für Industriekunden, den Zugang für die Hypo Österreich zum asiatischen Geld- und Kapitalmarkt, sowie Technologie und Know-How Transfer, erläutert Rechtsanwalt Christian Hoenig, der aufseiten der Anwaltskanzlei Wolf Theiss federführend an den Vertragsverhandlungen beteiligt war, am Dienstag in einer Presseaussendung.

Das Closing der Übernahme, das alle Beteiligten noch für dieses Jahr anpeilen, bedarf insbesondere der Genehmigung durch Finanzmarktaufsicht und Bundeswettbewerbsbehörde.

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