Hypo Alpe Adria Bank-Verkauf wird zur Farce – Kundenflucht hatte bereits eingesetzt

Hypo Alpe Adria Bank-Verkauf wird zur Farce – Kundenflucht hatte bereits eingesetzt

Für den restlichen Kaufpreis für die "Hypo Österreich" gebe es nur eine Garantie, wobei die weiteren Geldflüsse noch offen sind. In den vergangenen sechs Wochen sollen Kunden rund 2.000 Sparkonten abgezogen haben.

Die von Kanoria überwiesenen 32 Millionen Euro sind die Hälfte des vereinbarten Kaufpreises für die "Österreich Hypo" von 65 Millionen Euro, schreibt die "Kleine Zeitung" . Laut Hypo Alpe Adria handelt es sich aber dabei um eine Anzahlung, nicht um den gesamten Kaufpreis.

Für den restlichen Kaufpreis gebe es eine Garantie, wobei die Geldflüsse noch offen seien. Denn "den Käufern soll das Recht zustehen, bei Uneinigkeit über einzelne Wertberichtigungen oder Kreditvorsorgen das betreffende Geschäft an die Muttergesellschaft (Hypo International) abzutreten" schreibt die "Kleine Zeitung" Im Extremfall könnte dadurch die Restzahlung sogar „bei null“ liegen, behaupten "Insider" laut Zeitung. Die Bank bestätige "im Grundsätzlichen" diese Klauseln, verweise aber darauf, dass es sich um einen "normalen" Kaufvertrag handle.

Für den Verkauf sei die politische Debatte, in der die Bank mehrfach schlecht gemacht wurde, schädlich gewesen. Unter anderem hatte Finanzministerin Maria Fekter die Bank als ein "Fass ohne Boden" bezeichnet, EU-Kommissar Almunia drohte mit der Schließung. Nicht zuletzt deshalb hätten Kunden das Vertrauen verloren, in den letzten sechs Wochen seien "viele Dutzend Millionen Euro" abgeflossen, fast 2.000 Sparkonten seien abgezogen worden. Der Business-Plan habe revidiert werden müssen, ein Gewinneinbruch von 65 Prozent sei eingeplant worden, zitiert die "Kleine Zeitung" einen "Involvierten".

Brüssel hat's in der Hand

Während für die Österreich-Tochter nun der Fortbestand gesichert scheint, ist die Zukunft der Hypo International offen. Fekter hat am Freitag ein Konzept für die Abwicklung nach Brüssel geschickt. Es würde noch heuer insbesondere wegen Abwertungen der Südosteuropa-Töchter zusätzliches Kapital - und damit Kosten für den Steuerzahler - von 2,5 Mrd. Euro erfordern. Im Budget sind allerdings für die Hypo heuer "nur" 700.000 Euro eingeplant. Angeblich könnte es schon bei der Erstellung der Halbjahresbilanz 2013 ohne Kapitalzuschuss Probleme geben.

Umstritten ist auch der Zeitpunkt für die Veräußerung der Südosteuropa-Töchter: Das Konzept der Republik Österreich sähe 2015 vor. Die EU-Kommission hat bisher aber auf einem schnelleren Verkauf bestanden. Zuletzt gab es in Medien Spekulationen, dass Hypo-Vorstandschef Gottwald Kranebitter sein Amt niederlegen könnte, sollte die Frist für den Verkauf von der EU-Kommission mit 2014 festgesetzt werden.

Petzner fordert Offenlegung des Verkaufsvertrags

BZÖ-Klubobmann Stefan Petzner fordert die Offenlegung des Verkaufsvertrags der Hypo-Österreich. Der Vertrag habe so viele Klauseln, dass die Chancen für einen endgültigen Verkauf bei 50 Prozent liegen. Das Closing des Verkaufs der Österreich-Tochter der Hypo Alpe Adria International sei erst per Jahresende geplant, bis dahin könne noch viel passieren. Die indischen Investoren würden die Bank quasi "zum Nulltarif" erhalten, kritisierte Petzner.

Petzner forderte erneut die Schaffung eines Untersuchungsausschusses, um die Vorgänge seit der Notverstaatlichung der Hypo im Jahr 2009 aufzuklären.

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