Hochwasser Oberösterreich – Wurden die Wassermengen "negativ beeinflusst"?

Hochwasser Oberösterreich – Wurden die Wassermengen "negativ beeinflusst"?

"Jeder Vorwurf wird geprüft", sagte Pühringer in einer Pressekonferenz am Montag in Linz. Man habe bestimmte Orte volllaufen lassen, um Linz und das Machland - weiter unten an der Donau - vor dem Hochwasser zu schützen, so die Vermutung der Ortschefs, die eine Klage gegen Unbekannt überlegen.

Laut Pühringer hatten die Kraftwerksbetreiber gesagt, dass "sie nichts machen, was die Wassermengen negativ beeinflusst". Genau in ihre Richtung war am Freitag die Kritik aus dem Eferdinger Becken gegangen: Man sei zu spät informiert worden, so der Bürgermeister von Walding (Bezirk Urfahr-Umgebung), Josef Eidenberger. Die Wahrheit wäre zumutbar gewesen, und man hätte schon Montagabend geordnet mit Evakuierungen beginnen können. So sei die Rettung von rund 200 Menschen erst einen Tag später per Hubschrauber oder Boot möglich gewesen. Eidenberger kann sich eine Klage vorstellen - gegen jene, "die da im Hintergrund fahrlässig gehandelt haben".

Wie die aktuelle Flut gezeigt habe, ist die Brunnenanlage Goldwörth im Bezirk Urfahr-Umgebung vom Hochwasser betroffen, erklärte Umweltlandesrat Rudi Anschober, der für das Eferdinger Becken einen Damm angekündigt hat. Normalerweise liefern die drei Werke der Gemeinde rund 57 Prozent des Linzer Wassers, zwei mussten aber wegen befürchteter Verunreinigungen vom Netz genommen werden. Die Brunnenanlage Scharlinz, die zweitgrößte derartige Einrichtung in Oberösterreich, wurde dafür voll hochgefahren. Gerade in derartigen Situationen werde offensichtlich, wie wichtig sie für die Versorgung ist, betonte Anschober in einer Aussendung. Er will bis Jahresende eine Verordnung für den besseren Schutz von Scharlinz vorlegen, da er "derzeit nicht modernem, erforderlichem Niveau entspricht".

Die Hilfe aus dem Katastrophenfonds ist inzwischen angelaufen: 228 der 444 oberösterreichischen Gemeinden seien betroffen, 22 besonders stark, berichtete der zuständige Landesrat Max Hiegelsberger. Die Höhe des entstandenen Gesamtschadens könne man weiter nicht beziffern. Die Menschen hätten sich aber nach der Katastrophe im Jahr 2002 sehr gut auf immer wiederkehrende Hochwasser eingestellt, geht Hiegelsberger von einer niedrigeren Summe aus. Bis Montag früh sind beim Land 62 Anträge eingetroffen. Sie würden "unbürokratisch, aber korrekt und koordiniert" abgewickelt, sagte LH Pühringer. "Die Hilfe ist angekommen", bedankte sich unterdessen der zuständige LH-Stv. Josef Ackerl bei all jenen Personen, die das Unabhängige LandesFreiwilligenzentrum vermittelt hat.

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