Hitze, Trockenheit und Dürre – Hunderte Millionen Euro Schaden für die Landwirtschaft

Hitze, Trockenheit und Dürre – Hunderte Millionen Euro Schaden für die Landwirtschaft

"Im Burgenland ist die Dürre katastrophal, aber auch österreichweit sind weite Teile des Bundesgebietes betroffen von der Dürre in der Landwirtschaft. Die derzeitigen Schätzungen gehen in die Hunderte Millionen Euro Gesamtschaden und es wird leider noch mehr werden", sagte Berlakovich am Dienstag bei einem Lokalaugenschein im burgenländischen Oslip.

"Wir gehen davon aus, dass die Entschädigungen für die Bauern auch in die Millionen Euro gehen werden", blieb der Ressortchef bezüglich Hilfszahlungen unkonkret. Kommende Woche soll im Ministerrat ein Hilfspaket für die Landwirte behandelt werden. Es sieht neben einer Futtermittelankaufsaktion die Stundung von Agrarinvestitionskrediten sowie einen Zuschuss bei Betriebsmittelkrediten für Landwirte mit Ernteausfällen vor. Auch die Freigabe von Blühflächen und Naturschutzwiesen zum Mähen zur Futtermittelgewinnung ist in dem Maßnahmenpaket enthalten.

Berlakovich machte sich am Dienstag in Oslip im Burgenland ein Bild von der Situation in der Landwirtschaft. Im Bezirk Eisenstadt-Umgebung sind die Maiskulturen ebenfalls stark betroffen, die Schäden reichen laut Landwirten von 50 Prozent bis zum Totalausfall. Die Zuckerrüben sind durch die anhaltende Trockenheit nicht einmal halb so groß wie in einem normalen Erntejahr.

Die Getreideernte in Österreich ist aber gut ausgefallen, bei der Herbstkultur Mais rechnet man aber mit Einbußen von zumindest 20 Prozent gegenüber 2012.

In Oberösterreich könnte es "apokalyptisch" werden

Die oberösterreichische Landwirtschaft verzeichnet bereits jetzt erhebliche Ausfälle. Wenn sich nicht bald ausgedehnte Niederschläge einstellen, könnte es "apokalyptisch" werden, befürchtete der Direktor der Landwirtschaftskammer Friedrich Pernkopf auf APA-Anfrage am Dienstag, weil dann einzelne Kulturen zur Gänze der Trockenheit zum Opfer fallen.

Das augenblickliche Bild erscheine regional und nicht einheitlich, erläuterte Pernkopf. Zu unterscheiden sei, ob es sich um bewirtschaftete tief- oder seichtgründige Böden handle sowie, ob es dort am vergangenen Wochenende zumindest Gewitterregen gegeben habe. Schon jetzt würden die Ausfälle im Ackerbau, etwa bei Mais, Soja und Zuckerrübe, bei zumindest einem Fünftel liegen, auf seichtgründigen Böden bereits bei der Hälfte, und das sei nicht mehr umkehrbar.

Im Grünland sei der dritte Aufwuchs stark beeinträchtigt. Der Alm-Abtrieb werde heuer wohl zwei bis drei Wochen früher erfolgen müssen, also Ende August oder Anfang September. Wenn auf einer Alm die Trinkwasserversorgung zusammenbreche, müssten die Tiere rascher von dort weg.

Die Landwirtschaft hoffe jetzt, dass die schlechteste Situation nicht eintritt: Anhalten der extremen Trockenheit über weitere ein bis zwei Wochen, hielt Pernkopf fest. Entscheidend sei, dass sich bis zum Wochenende nicht nur Gewitter-, sondern verbreitet Landregen mit 20 Millimeter Niederschlagsmenge einstelle.

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