Heide Schmidt und Hans Peter Haselsteiner führen das LIF zur Ehe mit den NEOS

Heide Schmidt und Hans Peter Haselsteiner führen das LIF zur Ehe mit den NEOS

Nach 21 Jahren politischer Existenz übergeben Heide Schmidt als Brautmutter und Hans Peter Haselsteiner als Bräutigam-Vater das Liberale Forum an das LIF.

Vor fast genau 21 Jahren wurde das Liberale Forum (LIF) gegründet. Heide Schmidt, unter der die Partei ihre größten politischen Erfolge feierte, sieht das als Glücksfall. "Nicht nur für mich, sondern das hat auch dem Land gut getan", betonte bei Ihrer Rede am Samstag zur Fusion des LIF mit den Neos: "Es ist wichtig, eine liberale Partei in diesem Land zu haben."

Auch der politische Gegner wurde von Schmidt, die einst selbst aus der FPÖ kam, in die Zange genommen: "Ich kenne viele, die sagen, wenn Strache Bundeskanzler wird, wandere ich aus - und viele meinen das auch ernst." Die Frage sei allerdings, wohin, ergänzte sie. "Ich gehe davon aus, dass viele, die hier sind, in einer offenen Gesellschaft leben möchten." Zuletzt forderte Schmidt mehr Eigenverantwortung, Zivilcourage und Mut und erhielt Standing Ovations.

Auch der Bauunternehmer Hans Peter Haselsteiner, der von 1994 bis 1998 für das LIF im Nationalrat saß, zeigte sich von seiner emotionalen Seite. "Wir werden die Geschlossenheit zeigen und wir lassen uns auch nicht auseinanderdividieren", gab auch er grünes Licht für die Fusion. So möge es zwar sein, dass es zwischen NEOS und LIF "Nuancen" bei der Vorstellung eines gemeinsamen Programms gebe, dennoch handle es sich um ein "durchtriebig liberales Programm". Der Unternehmer plädierte für eine "lebendige Diskussion" bei den Inhalten, die nicht in Stein gemeißelt seien. "Ich will darüber diskutieren, ich will streiten" Stolz zeigte sich Haselsteiner, der die NEOS mit insgesamt rund 695.000 Euro finanziert hatte, auch über das Statut, das beim Konvent zur Abstimmung stand. "Ich bin sehr glücklich, dass in diesem Statut dieser falsch verstandene Föderalismus nicht vorkommt", zeigte er die Unterschiede vor allem zur ÖVP auf. Zudem habe man "jeden Ansatz von Bündestruktur bewusst vermieden", denn: "Das wäre ein Todestrieb. Die ÖVP müsste noch einmal neu gegründet werden um noch einmal erfolgreich zu werden."

Auch "Wichtigtuer" mit Partikularinteressen werde man bei den NEOS nicht verhindern können, meinte Haselsteiner, gab sich aber hoffnungsvoll: "Verhindern Sie das, sagen Sie 'cui bono' und hauen Sie ihm eins auf den Deckel!" Auch in Richtung EU-Wahl zeigte er sich zuversichtlich und betonte vor allem den Unterschied zur SPÖ mit ihrem Spitzenkandidaten, dem ehemaligen ORF-Mann Eugen Freund und dessen unglücklichen Aussagen in einem Interview: "Wenn man ein populäres Fernsehgesicht nimmt, es ist fast immer eine Pleite." Auch für Haselsteiner gab es stehende Ovationen.

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