Grüß Gott, Herr Erzherzog!

Grüß Gott, Herr Erzherzog!

Ein Herr namens Habsburg-Lothringen fordert die Wiedereinführung der Adelstitel in Österreich. Die Grünen halten die Idee ihres ehemaligen Gemeinderats für weniger gut.

Als ob Österreich keine anderen Sorgen hätten, wird nun über Adelstitel diskutiert - oder zumindest wünschen sich das Manche. Zum Beispiel ein Herr Ulrich Habsburg-Lothringen. Er will die Adelstitel in Österreich - wie in Deutschland - als Teil des Namens wieder einführen. Der kaiserliche Nachfahre sieht den Adel "als wichtigen Teil der Geschichte" und meint in der heutigen Ausgabe des "Kurier", dass man damit die Polarisierung zwischen Aristokraten und Nicht-Aristokraten lindern könnte.

Ulrich Habsburg-Lothringen glaubt, dass zum Jubiläum "100 Jahre Republik" im Jahre 2018 der Zeitpunkt gekommen wäre, um die Verfassung zu ändern, die das Führen von Adelstiteln in Österreich unter Strafe stellt. "Eine Gleichstellung der Adelstitel innerhalb der EU muss früher oder später sowieso kommen, da es bei international verzweigten Familien nicht haltbar ist, wenn ein Teil den Adelstitel führen darf und der andere Teil nicht". In Österreich wären von der Wiedereinführung der Adelstitel rund 50.000 Personen betroffen, schätzt er. Ihm selbst stünde, wenn sein Vorschlag jemals realisiert würde, der Titel "Erzherzog" zu.

Grüne sind dagegen

Die Grünen halten nichts vom Vorstoß ihres ehemaligen Wolfsberger Gemeinderats Ulrich Habsburg-Lothringen, der sich für die Wiedereinführung von Adelstiteln stark macht. "Adelstitel rekurrieren auf eine Herrschaftsform, die bekanntlich in Österreich abgeschafft wurde. Eine Änderung des Adelsaufhebungsgesetzes aus 1919 kommt für die Grünen nicht in Frage", hielt die Grüne Verfassungssprecherin Daniela Musiol am Dienstag in einer Aussendung fest.

Eine "Umdeutung" des Adelstitels in einen privaten Namensbestandteil wäre ihrer Ansicht nach "doppelbödig und verkennt die Bedeutung des Adelsaufhebungsgesetz für die Republik Österreich", erklärte sie weiters. Habsburgs Wunsch sei eine "Einzelmeinung, die zudem der breiten und ausgeprägten grünen republikanischen Haltung zuwiderläuft". Österreich habe zudem andere Sorgen, meinte Musiol unter Hinweis auf Korruptionsskandale, Bildungsfragen oder Wirtschaftskrise. "Skurrile Adelstitel-Diskussionen helfen da nicht weiter."

Apropos: Mit seiner Forderung, dass Habsburger bei Präsidentschaftswahlen antreten dürfen, hatte sich Herr Habsburg-Lothringen voriges Jahr durchgesetzt. Mal sehen, ob ihm das mit den Adelstiteln auch gelingt.

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