Goldminen-Projekt mit Gusenbauer-Connection soll durchgepeitscht werden

Goldminen-Projekt mit Gusenbauer-Connection soll durchgepeitscht werden

Im rumänischen Rosia Montana soll wieder nach Gold geschürft werden. Umweltschützer befürchten eine ökologische Katastrophe und eine Verwüstung der Region.

Goldrausch mit österreichischer Beteiligung : Dieser Tage wurde eine weitere Funktion von Alfred Gusenbauer zum Diskussionsstoff. Der Ex-Kanzler sitzt im Direktorium des kanadischen Bergbauunternehmens Gabriel Resources, das ein umstrittenes Goldminen-Projekt im rumänischen Rosia Montana vorantreibt. Umweltschützer fürchten verheerende ökologische Folgen und kritisieren das Lobbying des Unternehmens.

Brigitte Reisenberger, Co-Autorin des Buches Schwarzbuch Gold (Hanser Verlag) hat vor zwei Jahren vor Ort recherchiert und dem Rosia-Montana-Projekt ein Kapitel gewidmet. „Die Umweltverträglichkeitsprüfung ist eine letzte wichtige Hürde für das Bergbauvorhaben“, sagt sie. Von Bedeutung ist aber auch die geplante Gesetzesänderung, die die Enteignung von Grundeigentümern wegen privatwirtschaftlicher Vorhaben ermöglichen würde.

Was wollen die Betreiber wirklich?

Insgesamt sieht sie das Vorhaben als „windiges, spekulatives Projekt“, das aufgrund der Hartnäckigkeit der Protestierenden nun schon 13 Jahre aufgehalten wurde. Das Argument, die Betreiber könnten mit einer Belebung des Bergbaus die Region mit neuen Arbeitsplätzen versorgen, zählt laut Reisenberger nur bedingt: „Der geplante Tagbau benötigt nicht viele Arbeitskräfte.“

Der lokale Protest wurde jedenfalls schon zu einer europaweiten Bewegung, sagt Reisenberger. Die Autorin bezweifelt auch, ob es tatsächlich jemals zu einem Abbau von Gold in Rosia Montana kommen wird – nicht nur wegen des Widerstands von Umweltschützern und der Bevölkerung. Die Motive der Betreibergesellschaft liegen im Dunkeln.

Der Druck steigt

Laut jüngsten Informationen aus Rumänien erhöhen die potenziellen Betreiber des Bergbaus jedenfalls den politischen Druck: So habe das Umweltministerium bereits die notwendige Freigabe erteilt und es werde mit einer Bekanntgabe in den nächsten Tagen gerechnet. Im Parlament würde ein geplantes Gesetz, das die Zwangsräumung von Gebieten aufgrund privatwirtschaftlicher Projekte ermöglicht, bereits diskutiert werden. Dennoch finden sich einige hartnäckige Grundbesitzer, die bis zum Letzten kämpfen wollen.

Link: Bericht über Exhumierungen in der Region wegen des geplanten Tagbaus.

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