Geiz ist nicht geil: Media-Saturn im Visier der Gewerkschaft

Geiz ist nicht geil: Media-Saturn im Visier der Gewerkschaft

Geiz ist geil? Die Gewerkschaft findet das nicht - vor allem wenn Unternehmen auf Kosten der Mitarbeiter sparen. In den zur Metro-Gruppe gehörenden Filialen der Handelsketten Saturn und Media Markt wurden das Arbeitsrecht und Kollektivverträge nicht immer eingehalten. Die Gewerkschaft fordert Änderungen.

Die Gewerkschaft verschärft die Gangart gegen MediaMarkt und Saturn und will noch diese Woche die Behörden über rechtliche Verstöße informieren. In der vergangenen Woche hatte die Gewerkschaft die Arbeitsbedingungen scharf kritisiert. Eine Umfrage unter den Beschäftigten habe Verstöße gegen Arbeitsrecht und den Kollektivvertrag ergeben.

Zu diesem Schritt, die Behörden über die Befragungsergebnisse zu informieren, gebe es jetzt "keine andere Alternative", so der stellvertretenden GPA-djp-Bundesgeschäftsführer Karl Proyer in einer Aussendung am Montag. Denn entgegen den medialen Ankündigungen der Geschäftsleitung in der Vorwoche, "dem Dialog mit uns offen gegenüber zu stehen", seien bis jetzt keine Taten gefolgt. Noch in dieser Woche bekämen die österreichischen Gebietskrankenkassen und das Arbeitsinspektorat einen Brief, sagte Proyer im Gespräch mit der APA am Montag.

Die Gebietskrankenkassen werden darüber informiert, dass Vor- und Nacharbeitszeiten außerhalb der Öffnungszeiten nicht wie laut Kollektivvertrag vorgeschrieben entlohnt werden. Weiters müssten die Beschäftigten ihre Aus- und Weiterbildung entgegen dem Arbeitszeitgesetz größtenteils unbezahlt in der Freizeit absolvieren.

Das Arbeitsinspektorrat werde verständigt, dass die "Schwarz-Weiß-Regel" im Unternehmen bei der Hälfte der Beschäftigten nicht eingehalten werde. Der Regel zufolge muss auf einen Samstag, an dem nach 13 Uhr gearbeitet wird, ein arbeitsfreier Samstag folgen.

Proyer hat auch einen "vernünftigen Tipp an den Geschäftsführer": "Er soll zum Telefon greifen und uns anrufen." Die Telefonnummer der Gewerkschaft stehe im Telefon. Es würde nicht reichen, nur von Dialogbereitschaft zu sprechen, man müsse auch etwas tun. "Die Gewerkschaft rennt dem Geschäftsführer nicht nach. Er hat ein riesiges Problem, und die einfachste Möglichkeit ist, zum Telefon zu greifen."

Die Geschäftsführung von MediaMarkt und Saturn in Österreich sagte zu den aktuellen Vorwürfen der GPA-djp am Montag zur APA, dass man, "wie bereits mehrfach angemerkt, einem Dialog mit der GPA grundsätzlich offen gegenüber stehe und zu keinem Zeitpunkt eine andere Aussage getätigt habe". Media-Saturn agiere als Unternehmensgruppe klar gemäß der österreichischen Gesetzgebung. Dies betreffe alle Unternehmensbereiche, auch Dienstverträge und Arbeitsregelungen: "Unsere Mitarbeiter sind uns wichtig." Es gelte das Motte: "Der Mensch steht im Mittelpunkt!"

Proyer widerspricht der Aussage der Geschäftsführung und beruft sich auf einen Antwortbrief des neuen CEO Ditmar Krusenbaum an die GPA-djp, in dem dieser angibt, derzeit keinen Termin für ein persönliches Gespräch vereinbaren zu können und ankündigt, sich mit der Gewerkschaft in Verbindung zu setzen, sobald sich ein angemessener Zeithorizont ergebe. "Ich frage mich schon, was es wichtigeres gibt, als Probleme von Beschäftigten zu hören", sagte Proyer.

Wenn es noch vor wenigen Wochen Verstöße gegen das Arbeitsrecht und den Kollektivvertrag gegeben habe, "kann jetzt noch nicht alles in Ordnung sein", so Proyer. Die Gewerkschaft unterstütze aktuell die Beschäftigten, einen Betriebsrat zu gründen und werde in einigen Wochen wieder eine Umfrage unter den Mitarbeitern durchführen.

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