Gazprominenz in Österreich

Gazprominenz in Österreich

Für den renommierten Russland-Experten Gerhard Mangott ist der Fall klar wie Wodka: "Das Gasleitungsprojekt South Stream ist für die Versorgungssicherheit Österreichs sinnvoll. Dadurch kann die hohe Abhängigkeit von einer einzigen Zulieferroute - zumal einer dringend modernisierungsbedürftigen - abgeschwächt werden.“

Tatsächlich gewinnen Österreich und sein teilstaatliches Energieunternehmen OMV durch die Errichtung der Südumfahrung der Ukraine sowohl wirtschaftlich als auch politisch an Gewicht. Vom Central European Gas Hub (CEGH) im niederösterreichischen Baumgarten sollen künftig noch größere Gasmengen nach Italien, Frankreich oder Deutschland weitergeleitet werden. Und Österreich ist für kalte Winter gerüstet.

Hitzige Diskussionen ruft aber nicht nur die - in den Augen vieler EU-Staaten zu enge - Bindung an Wladimir Putin hervor, sondern auch der stetig steigende Einfluss der staatlichen russischen Gazprom in Österreich. Dieser ist nämlich bereits jetzt höher als allgemein wahrgenommen. Und er wird weiter wachsen. Die Fakten: Die Gazprom Austria GmbH mit dem Geschäftszweck "Gashandel durch Rohrleitungen“ machte zuletzt einen Umsatz von 450 Millionen Euro mit gerade einmal neun Mitarbeitern. Die Gazprom Neft Trading setzt 17,2 Milliarden in Österreich um. Hinzu kommen noch die heimischen Niederlassungen der Gazprom Germania und der Gazprom Export. Und die zahlreichen österreichischen Gasspeicher sind ebenfalls zum Teil im Besitz der Russen. So gibt es im oberösterreichischen Haidach eine komplizierte Konstruktion. Die Vermarktung des teilweise im Eigentum der Gazprom Germania stehenden Speichers erfolgt direkt über die Gazprom Export. Mitbeteiligt ist die Wintershall-Tochter Wingas. Gemeinsam mit Gazprom betreibt Wintershall das Unternehmen South Stream Transport - das ist der Pipelineteil, der durchs Schwarze Meer verläuft. Und derzeit ist gerade ein Asset-Tausch zwischen Wintershall und Gazprom im Gange, nach dessen Abschluss die Russen 35,4 Prozent am Speicher Haidach halten werden.

Die Macht von Gazprom

Am Gas-Hub Baumgarten ist Gazprom derzeit noch indirekt beteiligt, nämlich über die slowakische Eustream. Dieses Unternehmen ist für den Transit von russischem Gas von der ukrainischen Grenze bis Bratislava verantwortlich. OMV-Boss Gerhard Roiss stellte der Gazprom aber bei der South-Stream-Vertragsunterzeichnung in Aussicht, 25 Prozent der OMV-Anteile an Baumgarten abtreten zu wollen. Außerdem hat Roiss den Russen eine Speicherkapazität von einer Milliarde Kubikmeter in den OMV-Speichern Schönkirchen, Tallesbrunn und Thann angeboten.

Enge Partner

Spekulationen, dass Gazprom liebend gern die 24,9 Prozent, die IPIC aus Abu Dhabi an der OMV hält, übernehmen will, werden lauter. General Roiss verwies zuletzt darauf, das er nicht für Eigentümerfragen zuständig sei, sondern die Staatsholding ÖIAG. Tatsache ist aber, dass die Gazprom für den Betrieb der South-Stream-Pipeline die OMV nicht nur wegen des letzten, 50 Kilometer langen Teilstückes bis Österreich braucht. Vielmehr kann kein anderes Unternehmen die Pipeline so leicht mit eigenen Vorkommen füllen wie die OMV, die zuletzt im Schwarzen Meer fündig geworden ist. Denn die EU schreibt vor, dass South Stream nicht nur russisches Gas, sondern auch das von dritten Anbietern transportieren muss.

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