Fußball-EM: Österreichs Rasen wäre besser gewesen

Fußball-EM: Österreichs Rasen wäre besser gewesen

Niederösterreichisches Unternehmen stattete ukrainische Stadien mit dem richtigen Rasen aus - die polnischen Spielstätten hingegen vertrauten auf die Billigkonkurrenz.

Österreichs liebste Spielart ist der Konjunktiv - vor allem im Fußball. Das gilt sogar für den Untergrund dieser Sportart: Hätten doch bloß alle Stadien auf Qualitätsware aus Österreich vertraut!.

Denn der Rasen ist zum Auftakt der Fußball-EM in Polen und der Ukraine in die Kritik geraten. Titelverteidiger Spanien zieht wegen der Spielfläche beim 1:1 gegen Italien in Danzig (Gdansk) sogar einen offiziellen Protest bei der UEFA in Betracht. Die niederösterreichische Firma Richter Rasen lieferte das Grün für drei der vier ukrainischen EM-Stadien - Kiew, Donezk und Lwiw (Lemberg). Dort gab es bisher keine Beschwerden.

Polen entschied sich aus Kostengründen gegen einen Rasen aus Österreich. "Die UEFA hat die Vergabe des Rasens in Polen freigestellt", erklärte Firmenchef Alexander Richter gegenüber der APA - Austria Presse Agentur. "Vielleicht bereuen sie das jetzt." In der Ukraine, um die sich der Veranstalter größere Sorgen gemacht hatte, griff der Staat in die Tasche. "Wenn es Probleme gibt, ist der Imageschaden größer", meinte Richter. "Da ist es auch kein Problem, wenn der Rasen ein paar Cent mehr kostet."

Das Unternehmen aus Deutsch Brodersdorf im Bezirk Baden rühmt sich für eine europaweit unerreichte Qualität. Der Rollrasen für das Finalstadion in Kiew etwa wurde zwei Jahre lang gezüchtet. "Es ist nicht überall gleich einfach, Rasen zu verlegen", erinnerte Richter. Sorgenkind seiner Firma war anfangs die Arena Lwiw gewesen. Diese hat den ersten EM-Test mit Deutschland - Portugal (1:0) aber bestanden. Kritik gab es in der Ukraine nur von den Niederländern - am Geläuf in Charkiw, dem einzigen Spielort ohne Richter Rasen.

In Danzig liegt ein niederländisches Konkurrenzprodukt, das laut Richter zur Trockenheit tendiere. "Es gibt Rasenböden, die nicht so viel Wasser aufnehmen. Sonst können sie sumpfig werden", sagte der Experte. Daher war das Spielfeld in der Arena Gdansk vor dem Auftaktschlager der Gruppe C auch nicht gesprenkelt worden - ein großer Kritikpunkt der Spanier. "Man muss einen Platz gießen, um guten Fußball zu sehen", betonte Spielmacher Xavi.

Richter wollte die Qualität der anderen Anbieter nicht beurteilen, zumal die Pflege auch in den drei von seinen Mitarbeitern begrünten Stadien nicht seiner Firma obliegt. "Das macht alles die UEFA. Es gibt einen Know-How-Transfer, aber die Pflege ist komplex", erklärte der Niederösterreicher. In der Ukraine sei die Lernkurve schnell gewesen. Zudem hat jeder EM-Ort seinen eigenen, von der UEFA eingesetzten Greenkeeper ("Groundsman").

Als maximale Rasenhöhe schreibt die Europäische Fußball-Union 30 mm vor. Darüber wird der Rollwiderstand zu groß. Ideal seien laut Richter ca. 28 mm. "Unter 26 Millimeter ist es für den Rasen nicht mehr lustig", versicherte der Experte. "Die Blätter sind Solarzellen. Jeder Millimeter, den man der Pflanze gibt, desto gesünder und kräftiger ist sie." Bei zu kurzem Schnitt würde der Rasen nicht richtig wurzeln - eine Gratwanderung wie bei der Wasserzufuhr. Richter: "Wichtig ist, dass man seinen Boden kennt."

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