Fußall-Wettskandal: 300.000 Euro pro Match, 25.000 Euro für Spieler

Fußall-Wettskandal: 300.000 Euro pro Match, 25.000 Euro für Spieler

Beim Wettskandal in der Österreichischen Fußball-Bundesliga und in der Ersten Liga wurden pro Spiel 300.000 Euro gesetzt, die beteiligten Spieler kassierten bis zu 25.000 Euro Erfolgsprämie.

Wien. Jeweils bis zu 300.000 Euro sollen auf die in Österreich manipulierten Fußball-Spiele gesetzt worden sein. Für die involvierten Kicker soll es im Erfolgsfall pro Mann bis zu 25.000 Euro gegeben haben. Das geht aus einem der APA - Austria Presse Agentur vorliegenden Protokoll einer Beschuldigtenvernehmung im heimischen Manipulationsskandal hervor.

Demnach hätten sich im Jahr 2008 aufseiten des Kapfenberger SV "genügend Leute" gefunden, um am 31. Oktober die Heimpartie gegen Rapid zu manipulieren und mit zwei Treffern Unterschied zu verlieren. Die Partie endete dann auch 0:2 und damit im Sinne der angeblichen "Vereinbarung", deren Drahtzieher vor allem in Albanien beheimatet gewesen sein sollen.

Auch am 23. Oktober 2010 sollen sich vier Kapfenberger Kicker gefunden haben, um eine Heimniederlage gegen Sturm Graz garantieren zu können. Das steirische Derby ging mit 4:0 an die Grazer. Die Geldübergaben sollen vor allem auf Autobahnraststationen, aber auch auf abgelegenen Parkplätzen und bei Schottergruben erfolgt sein. In Ausnahmefällen habe sich der Beschuldigte die "Erfolgsprämien" auch persönlich aus Tirana abgeholt.

Danach soll es aber mit den versuchten Manipulationen langsam bergab gegangen sein. Am 3. Dezember 2011 hätten die Kapfenberger neuerlich mit zwei Toren Unterschied daheim gegen Rapid verlieren sollen. Doch die Gäste aus Wien vergaben eine Fülle an Topchancen und die Partie endete 0:0. Alleine auf diese Partie sollen von den Hintermännern zwischen 250.000 und 300.000 Euro gesetzt worden sein.

Der Beschuldigte soll daraufhin in große Probleme geraten sein. "Hinterleute" sollen ihm in Tirana den Reisepass abgenommen und ihn für eine Nacht, circa zehn Stunden lang, in einem Hotelzimmer eingesperrt haben. "Am nächsten Vormittag haben sie mich geholt und zu einem Notar geschleppt, wo ich einen Schuldschein unterschreiben musste, indem ich erklärte, mir 200.000 Euro ausgeborgt zu haben und diese innerhalb der nächsten zwei oder drei Monate zurückzahlen zu müssen", gab der Beschuldigte zu Protokoll.

Angeblich erfolgreiche Manipulationen bei Kapfenberg gegen Wacker Innsbruck (0:1 am 17. Dezember 2011) sowie Kapfenberg gegen Red Bull Salzburg (0:1 am 17. März 2012) sollen wieder für eine Entspannung der Lage gesorgt haben. Im Falle der Niederlage gegen die Salzburger waren bereits damals wegen "auffälliger Quotenbewegungen" Spekulationen über eine Manipulation aufgetaucht.




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Auch das sogenannte "Bet-Radar" der heimischen Wettanbieter hatte angeschlagen. Dabei handelt es sich um eine Art Frühwarnsystem, das die Bewegungen auf den internationalen Wettmärkten überwacht.

Auch die Wette vom 31. März 2012, dass Kapfenberg in Innsbruck gegen Wacker die zweite Spielhälfte verlieren muss - Pausenstand aus KSV-Sicht 0:1, Endstand 0:2 -, soll zur vollen Zufriedenheit der Manipulateure "aufgegangen" sein.

Kapfenberg stieg ab, im Sommer 2012 soll sich das Geschehen dann nach Angaben des Beschuldigten nach Grödig verlagert haben. Bei den Grödigern soll es dann aber zu einer "Niederlagenserie" für die Beschuldigten gekommen sein. Die von ihnen angeblich getätigte Wette auf Niederlage mit zwei Treffern gegen die Lustenauer Austria blieb ebenso wenig erfolgreich (2:2 am 10. August 2012) wie zwei Spezialwetten bei der Heimpartie der Grödiger gegen Kapfenberg (0:1 am 31. August 2012).

Und auch die letzten beiden vom Beschuldigten genannten Partien vor wenigen Wochen im November 2013 endeten nicht wie "geplant". Grödig verlor weder am 2. November 2013 gegen den Wolfsberger AC (1:1) noch am 10. November 2013 gegen Rapid (2:2).

Wenige Stunden nach der Partie der Grödiger gegen Rapid kam der Manipulationsskandal dann mit den ersten Festnahmen auch für die Öffentlichkeit ins Rollen.

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