Für Alpine Bau wird's eng – der spanische Geldhahn trocknet aus

Für Alpine Bau wird's eng – der spanische Geldhahn trocknet aus

Alpine Bau braucht in Summe weitere 400 Millionen Euro von seinen Geldgebern. Doch es könnte sein, dass die spanische Muttergesellschaft FCC den Geldhahn zudrehen muss. Branchenkreisen zufolge gibt es Probleme mit den spanischen Banken.

"Eine Insolvenz kann nicht ausgeschlossen werden", sagte Alpine Bau-Chef Arnold Schiefer gegen Abend zur APA. Als Prophylaxe für den Ernstfall laufen im Hintergrund bereits die Vorbereitungen für eine Auffanggesellschaft für die gesunden Unternehmensteile - vor allem in Österreich - auf Hochtouren. Dadurch sollen die Baustellen in Österreich so gut wie möglich weitergeführt werden können, falls es zur Zahlungsunfähigkeit tatsächlich kommt. Der zweitgrößte Baukonzern in Österreich (hinter der Strabag und vor der Porr) bereitet sich jedenfalls auf dieses Szenario vor.

Die Alpine erzielte im Vorjahr mit rund 15.000 Mitarbeitern eine Bauleistung von 3,2 Mrd. Euro (2011: 3,62 Mrd. Euro) und erlitt dabei einen Verlust vor Steuern in Höhe von 449,7 Mio. Euro. Im ersten Quartal 2013 war das Ergebnis vor Steuern (EBT) mit 90 Mio. Euro negativ und der Verlust damit fast doppelt so hoch wie im Sanierungsplan vorgesehen.

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An der Existenz des Bauriesen hängen Tausende Jobs. Die Alpine selbst beschäftigt rund 15.000 Mitarbeiter (zu gleichen Teilen im In- und Ausland). Mit dem Unternehmen verwoben sind allerdings alleine weitere rund 7.500 Arbeitsplätze alleine bei jenen 1.500 Subunternehmen und 1.500 Lieferanten, die mit der Alpine über 100.000 Euro jährlich abwickeln.

Offene Kredite von 450 Millionen Euro

Derzeit hat der Baukonzern bei seinen rund 50 österreichischen und internationalen Gläubigerbanken Kredite im Ausmaß von rund 450 Mio. Euro offen. Hinzu kommen Leistungsgarantien in nicht genannter Höhe, die hauptsächlich im Ausland ein Problem seien. "Die Problemmärkte sind vor allem die Auslandsmärkte."

Des weiteren hat die Alpine Verpflichtungen im Volumen von 290 Mio. Euro aus drei Unternehmensanleihen. Die Republik haftet zu 50 Prozent für Kredite in Höhe von 300 Mio. Euro, hängt also mit 150 Mio. Euro drin.

Die spanische Konzernmutter FCC hat in den vergangenen sieben Jahren bereits über 700 Mio. Euro in die Alpine gesteckt - inklusive Kaufpreis und Finanzspritzen. Nun sollte es eine Milliarde werden.

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