"Frankschämen" und "Inländerfreundlich"

"Frankschämen" und "Inländerfreundlich"

"Frankschämen" ist das Wort des Jahres 2013, "Inländerfreundlich" das Unwort. Das Team Stronach und die FPÖ protestieren gegen die Entscheidung und kritisieren die Jury.

Wien. Befremden über den Umstand, dass "Frankschämen" das Wort des Jahres 2013 in Österreich ist, gibt es vonseiten der "Gewinner" - dem Team Stronach. In einer Aussendung äußerte die stellvertretende Team Stronach-Bundesparteichefin Kathrin Nachbaur ihre "Enttäuschung über den Entscheid der Fachjury". Für Nachbaur ist dies die Verhöhnung eines "Menschen, der es nur gut gemeint hat".

Speziell mit dem Leiter der Fachjury, Rudolf Muhr von der Forschungsstelle Österreichisches Deutsch der Universität Graz, ging die Vizeparteichefin in ihrer Aussendung dabei ins Gericht. Sie wüsste nicht, mit welcher Berechtigung sich Muhr herausnehme, einen Menschen "der es nur gut gemeint hat, gerade in der friedlichen Vorweihnachtszeit unter dem Deckmantel der Sprachforschung zu verhöhnen".

"Frankschämen" gewann laut Jury, weil "es in treffender Kürze das Befremden vieler Bürger über das Verhalten eines spätberufenen Parteigründers bei seinen öffentlichen Auftritten" beschreibt. "Es stimmt, dass Frank Stronachs mediale Auftritte mitunter unkonventionell und emotional waren. Allerdings hat sich Frank Stronach bereits mehrfach öffentlich entschuldigt, falls sich jemand durch seine Aussagen gekränkt gefühlt hat", so Nachbaur in ihrer Reaktion.

Das Unwort: "Inländerfreundlich"

Zum Unwort 2013 wurde "inländerfreundlich" gewählt. "Dieses an sich positive Wort wurde im Nationalratswahlkampf 2013 von einer wahlwerbenden Partei verwendet. Im gegenwärtigen politischen Zusammenhang ist damit jedoch das Gegenteil, nämlich die verhüllte Bedeutung 'ausländerfeindlich' gemeint", erklärte die Jury dazu.

Die FPÖ, die das Wort im Wahlkampf verwendet hatte, ist strictly "not amused". Unerfreut zeigte sich FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl über die Entscheidung der seiner Meinung nach "unnötigsten Jury des Jahres". Diese wählte "Inländerfreundlichkeit" zum Unwort des Jahres. Kickl bemängelte die "pseudowissenschaftlich abgesicherte Wahl des Wortes".

Als Jugendwort des Jahred setzte sich "whatsappen" - entstanden durch die rasante Verbreitung der Internet-App "Whatsapp", die besonders von Jugendlichen für den sozialen Austausch verwendet wird und in dieser Gruppe das SMS weitgehend verdrängt hat - vor "YOLO" (Abkürzung für „you only live once“) und "chüün" durch. Zu letzterem heiß es: "Aus dem Englischen 'to chill' entlehntes und im österreichischen Deutsch völlig integriertes Lehnwort mit der Grundbedeutung „entspannen“, das an die österreichische Alltags-Aussprache angepasst wurde und eine wichtige Einstellung von Jugendlichen ausdrückt."

Spruch und Unspruch 2013

"Ich wähle die NSA, die interessieren sich wenigstens für mich!", wurde zum Spruch des Jahres auserkoren. "Das ist kein Anlass aufzugeben" folgt auf Platz zwei. Dies sei ein "bewundernswerter Kommentar von Nationalratspräsidentin Barbara Prammer (SPÖ) auf die Frage, ob ihre Krebserkrankung ihre berufliche Tätigkeit beeinträchtigen werde", begründete die Jury.

Zum Unspruch Nummer eins wurde "Es gibt kein Budgetloch. Es gibt nur Einnahmen und Ausgaben, die auseinanderklaffen." Die Jury dazu: "Mit dieser Aussage bagatellisierte ein hochrangiger österreichischer Politiker den plötzlich aufgetretenen, enormen Fehlbetrag im Staatshaushalt." Dahinter landete "Österreich ist abgesandelt", ein den Experten zufolge "pauschalisierender und damit problematischer Ausspruch eines österreichischen Wirtschaftspolitikers zu Beginn des Wahlkampfs 2013, mit dem überschießende Kritik an der österreichischen Wirtschaftslage geübt wurde".

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