Frank Stronach zerlegt die FPÖ

Frank Stronach zerlegt die FPÖ

Für FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache müssen im Bund die Alarmglocken schrillen: Bis vor kurzem durfte er noch mit dem Kanzlerstuhl nach den Nationalratswahlen im Herbst liebäugeln - jetzt ist alles anders.

Mit dem Team Stronach, das Proteststimmen vereinte und das am Sonntag wahrscheinlich auch gewann, weil die Wähler Veränderung wünschten und der Partei die Kontrolle von Missständen zutrauten, ist ein ernst zunehmender Konkurrent erwachsen. Aber auch das BZÖ ist entgegen den Erwartungen nicht in der Versenkung verschwunden. Parteichef Josef Bucher hat mit dem Verbleib im Kärntner Landtag zumindest die Chance gewahrt, im Herbst in den Nationalrat einzuziehen.

Der Wiener Politikberater Thomas Hofer meinte zur APA, dass die blauen Bäume nicht mehr in den Himmel wachsen, wenn es mit Stronach eine populistische Alternative zur FPÖ gibt. Das belegen auch die Wählerstromanalysen in den beiden Bundesländern: Fast die Hälfte der Stronach-Wähler haben 2009 in Kärnten noch das BZÖ (das später in der FPK aufging) gewählt. Beim BZÖ war der Anteil der Ex-FPK-Wähler am Sonntag sogar noch etwas höher.

Stronach trifft die Blauen ins Mark

Laut ARGE Wahlen gab es in Kärnten gestern keine größere Wählerwanderung, als den Stimmenabfluss vom FPK zum Team Stronach. Gleich 27.000 Wähler entschieden sich für die Partei des Austro-Kanadiers, in ähnlichen Dimensionen flossen Stimmen nur an die Gruppe der Nichtwähler und an die SPÖ.

Auch in Niederösterreich - das BZÖ war dort am Sonntag nicht am Start - schöpfte Stronach Stimmen der FPÖ ab, wenn auch auf niedrigerem Niveau als in Kärnten. Von ehemaligen Wählern der Freiheitlichen profitierte laut ARGE Wahlen zunächst die ÖVP, dann erst der "angry old man".

Die Zersplitterung des Dritten Lagers belegt übrigens auch ein Blick auf die Bundesliste des BZÖ aus dem Jahr 2008: Von den ersten zehn Namen, lebt mit dem damaligen Listen-Ersten Jörg Haider ein Politiker nicht mehr, ein Drittel der weiteren Mandatsanwärter sind mittlerweile zum Team Stronach (Stefan Markowitz und Elisabeth Kaufmann-Bruckberger) oder zur FPÖ gewandert (Gerhard Darmann).

Allerdings warnen Politologen und Meinungsforscher, bereits den Niedergang der FPÖ auszurufen. Die Wahlen im Herbst würden unter anderen Vorzeichen geschlagen, auch beim BZÖ seien die Chancen bei der Nationalratswahl nicht großartig gestiegen. Und das Team Stronach müsse sich in der politischen Arbeit erst einmal bewähren.

Team Stronach zieht in Bundesrat ein

Das Team Stronach wird nach den Landtagswahlen in Niederösterreich und Kärnten auch im Bundesrat vertreten sein. Nach derzeitigem Stand wandert ein niederösterreichisches Mandat von den Grünen an die neue Partei. In Kärnten gewinnt Wahlsieger SPÖ einen Sitz im Bundesrat dazu - auf Kosten der FPK.

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