FMA segnet Verkauf des Österreich-Geschäfts der Kärntner Hypo an Kanoria-Familie ab

FMA segnet Verkauf des Österreich-Geschäfts der Kärntner Hypo an Kanoria-Familie ab

Die Finanzmarktaufsicht hat grünes Licht für den Verkauf des Österreich-Geschäfts der Kärntner Problembank Hypo Alpe-Adria an die indische Kanoria-Familie gegeben. Gestern, Dienstag, erging ein entsprechender Nichtuntersagungsbescheid. Der Deal soll bis Jahresende abgeschlossen werden. Die Anadi-Gruppe betrachtet die Bewilligung der FMA als "wichtigen Schritt des Kaufprozesses, der nun zügig zum Abschluss gebracht werden kann", wie sie am Mittwoch in einer Aussendung mitteilte.

Die FMA hat den aus Indien stammenden britischen Geschäftsmann Sanjeev Kanoria für bankenfit befunden. Wenn jemand eine wesentliche Beteiligung an einer Bank erwerben will, muss dieser den sogenannten Fit&Proper-Test durchlaufen. Da prüft die Aufsicht, ob der potenzielle neue Eigentümer geeignet ist, eine nachhaltige Entwicklung der Bank sicherzustellen, sagte FMA-Sprecher Klaus Grubelnik.

Die Behörde sieht sich zuerst an, woher die Gelder für den Kauf der Bank - im Fall der Hypo Alpe-Adria-Bank AG 65,5 Mio. Euro - stammen. Außerdem wird geprüft, wer der tatsächlich wirtschaftlich Berechtigte hinter der Gesellschaft, die als Käuferin auftritt, ist. Gegen diesen darf aufsichtsrechtlich noch nichts vorliegen. "Dazu werden auch Informationen von Schwesterbehörden eingeholt", erläuterte Grubelnik. Die österreichische FMA hat sich bei der Hypo also mit den Aufsehern in Großbritannien und Indien ausgetauscht.

Aus Sicht der 2009 notverstaatlichten Hypo ist mit dem grünen Licht der FMA " ein wichtiger Schritt für die Einhaltung des Zeitplans für das Closing bis spätestens Ende 2013 gesetzt", wie Banksprecher Nikola Donig der APA sagte.

Die Anadi Financial Holdings von Sanjeev Kanoria sowie der im Sommer abgetretene Hypo-Chef Gottwald Kranebitter hatten den Kaufvertrag am 31. Mai 2013 unterzeichnet. Die Inder wollen das gesamte Österreich-Geschäft der Hypo übernehmen. Das sind 14 Filialen in Kärnten sowie zwei Geschäftsstellen - eine in Wien und eine in Salzburg, so Donig.

Mit 65,5 Mio. Euro bezahlt Kanoria nur etwas mehr als die Hälfte des Buchwerts von 120 Mio. Euro. Die Haftungen im Ausmaß von etwa 750 Mio. Euro verbleiben beim Land Kärnten.

Der Geschäftsmann Sanjeev Kanoria ist auch Chirurg. Als solcher ist er spezialisiert auf Lebertransplantationen im indischen Spital Dr L H Hiranandani.

Sein Bruder Hemant Kanoria leitet die indische Finanzgruppe Srei, mit der die Hypo "auf Basis einer Kooperationsvereinbarung" zusammenarbeiten soll, wie die Anadi-Gruppe am Mittwoch bekräftigte. Die Srei-Gruppe sitzt in Kalkutta, ist an der Börse notiert und auf Infrastrukturfinanzierungen spezialisiert. Der Umsatz betrug zuletzt (2012/13) umgerechnet 428 Mio. Euro

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