Flughafen Wien: Skylink endlich startklar

Flughafen Wien: Skylink endlich startklar

2012 statt 2008. Knapp 800 Millionen statt 400 Millionen. Politische Debatten statt klarer Vorgaben. Der neue Terminal des Flughafen Wien-Schwechat ist übers Ziel hinausgeschossen.

Skylink nennt sich die Erweiterung des Airports und dieser Name ist längst Synonym geworden für unkontrollierte, ausufernde Bauvorhaben.
Nicht weniger als 13 Jahre sind vom Planungsbeginn bis zur Eröffnung der Wiener Flughafen-Erweiterung um das neue Terminal vergangen – das ist sogar für österreichische Verhältnisse eine lange Zeit. Der Bau war von jahrelangen Verzögerungen, Baukostenexplosionen und Korruptionsaffären überschattet. Hier eine Übersicht über die geschätzten Kosten und wie sich diese Schätzung im Laufe der Jahre erstaunlich gewandelt hat. Grafik ansehen

Einige Flughafen-Vorstände hat der Bauskandal die Jobs gekostet, der Rechnungshof musste Nachschau halten. Gerichte sind befasst. Für die Fertigstellung haben die Haupteigentümer der Flughafen Wien AG, das sind die Länder Niederösterreich und Wien, ein Ultimatum gestellt. Der Bau wurde nun fertig, der vielfach revidierte Kostenplan nicht nochmals überschritten. Heuer setzen Zinszahlungen und Abschreibungen dafür ein. Auf der anderen Seite beginnen erste Schadenersatzflüsse.

Gabmann will mehr als eine halbe Million

Ein Beispiel dafür, dass der Skylink nicht nur Flugreisende noch einige Monate intensiv beschäftigen wird ist der Streit zwischen dem ehemaligen Flughafen-Vorstand Ernest Gabmann und dem Flughafen Wien – vor kurzem gab es ein erstes Aufeinandertreffen vor Gericht. Nachdem Gabmann im vergangenen Februar Klage gegen den Airport eingereicht hatte, wurde am Bezirksgericht Korneuburg die erste - vorbereitende - Tagsatzung abgehalten. Der ehemalige Vizelandeshauptmann von Niederösterreich war für den Flughafen von 2009 bis Ende 2011 tätig. Nach Bekanntwerden des Skylink-Debakels wurden die Verträge des Dreiervorstands (schon vor Gabmann an Bord: Herbert Kaufmann und Gerhard Schmid) aufgelöst, letztere bekamen Abfertigungen und Konsulentenverträge. Gabmanns Vertrag (bis 2014) wurde verkürzt; er ergatterte auch keinen Beratervertrag. Dagegen geht der Niederösterreicher nun vor Gericht vor. Er behauptet, dass sein Vertrag nach wie vor und noch bis 30. September 2014 aufrecht sei. Einer Verkürzung des Vertrags will er nur unter der Bedingung, dass er einen Konsulentenvertrag erhalte, zugestimmt haben. Das sei aber nicht erfüllt worden. Alles in allem (inklusive Bonifikationen aus dem Vorstandsvertrag) klagt er zuzüglich Umsatzsteuer 573.300 Euro ein.

Was sich für Passagiere nun ändert

Zurück zum Flughafen und den Flugbetrieb: Um 4.45 Uhr wird es am Dienstag jedenfalls so weit sein: Dann wird der AUA-Flug OS 9054 aus Hurghada in Wien landen und als erster Flug am neuen Terminal anlegen. Der erste Abflug ist dann für 5.25 Uhr angesetzt, Flug OS 9123 nach Karpathos. Die Check-In-Schalter im neuen Terminal werden voraussichtlich gegen 3.30 Uhr geöffnet sein. Am ersten Betriebstag erwartet der Flughafen Wien rund 37.000 Passagiere am Skylink. Die AUA, die mit der Lufthansa den neuen „Austrian Star Alliance Terminal“ für ihre Flüge nutzen wird, eröffnet auf mehr als 2.000 Quadratmeter sechs neue Lounges. AUA-Chef Jaan Albrecht ortet in der Terminalerweiterung eine wesentliche Produktverbesserung. Schwechat ist der Heimatflughafen der österreichischen Lufthansa-Tochter AUA.

Am ganzen Flughafen werden in weiterer die Terminals umbenannt: Aus dem Terminal 1 wird "Check In 1" (Schalter 150-199), aus Terminal 1A wird Check In 1A (Schalter 111-132), der Terminal 2 wird zum Check In 2 (Schalter 201-299) und Skylink ist unter der Bezeichnung Check In 3 (Schalter 301-399) zu finden. Durch Skylink wird sich die bestehende Terminal- und Betriebsfläche um 150.000 Quadratmeter verdoppeln. Von den F- und G-Gates werden fast alle AUA-Flüge abfliegen. Ausnahmen sind etwa Langstreckenflüge in die USA, die aufgrund der Sicherheitsvorschriften geschlossene Gates und eine zusätzliche Kontrolle der Reisedokumente erforderlich machen und deswegen weiter von den D-Gates abfliegen.Die bisherigen Gates B, C und D bleiben bestehen. Neu ist auch eine zentrale Sicherheitskontrolle für den "Pier West", die von 5. bis 23. Juni 2012 errichtet werden wird.

Allen ankommenden Passagieren - auch an den alten Terminals - bietet sich ab 5. Juni eine neue Ankunftshalle: Alle Reisenden kommen künftig in der neuen Ankunftshalle im neuen Terminal an und bekommen hier ihr Gepäck. Neben der Gepäckausgabehalle sind hier mehrere Shops und Gastronomiebetriebe. Außerdem gibt es von der Ankunftshalle direkte Zugänge zum City Airport Train (CAT), zur Schnellbahn, zum Parkhaus 4, zum Kurzparkplatz K3 und zum Busbahnhof.

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