Fekter zufrieden: HP-Manager wird ÖIAG-Chef

Fekter zufrieden: HP-Manager wird ÖIAG-Chef

Der laut Branchenbeobachtern von der ÖVP favorisierte Ex-Landesrat Herbert Paierl (V) kam nicht zum Zug. Finanzministerin Maria Fekter ist dennoch zufrieden. Der neue ÖIAG-Boss Kemler müsse nun einmal sein Konzept vorlegen.

Die ÖIAG-Spitze bleibt weiter im Naheverhältnis zur Industriellenvereinigung (IV). Der ehemalige ÖIAG-Chef Beyrer, der nach Brüssel wechselt, war Generalsekretär der Interessenvereinigung, Kemler ist Vorstand in der IV-Wien.

Finanzministerin Maria Fekter (V) zeigte sich im APA-Gespräch zufrieden mit der Entscheidung. Kemler sei nun gefordert, ein Konzept über die künftige Ausrichtung der Holding (Telekom Austria, Post AG, OMV) vorzulegen. Ein Gespräch mit ihm habe bereits stattgefunden.

Fekter stellte aber auch klar, dass sie mit Paierl leben hätte können. Nun gehe es darum, die ÖIAG aus den medialen Schlagzeilen herauszuhalten. Zu der von der ÖVP in Vergangenheit geforderten Eingliederung der ÖBB in die ÖIAG hielt sie fest, dass man nun mal schauen müsse, was der austro-kanadische Milliardär Frank Stronach mit den ÖBB vorhabe. Wenn es ihm nur darum gehe, Förderungen abzuziehen, sei ein Verkauf an Stronach keine Option. Wenn er aber den Steuerzahler entlastet, müsse man sich das anschauen.

Kemler wird mit 1. November 2012 die Position des Alleinvorstands der ÖIAG übernehmen. Zu seinen Plänen meinte er am Freitagnachmittag in einer Aussendung: "Langfristig ist es mein Ziel, die ÖIAG im Dialog mit allen Stakeholdern strategisch aufzuwerten. Dazu gibt es verschiedene strategische Zukunftsoptionen, die ich konstruktiv und sachlich diskutieren werde. Ich möchte Brücken bauen und das Verbindende über das Trennende stellen." Strategisch steht für Kemler die Aufwertung der ÖIAG an zentraler Stelle. "Eine starke ÖIAG gibt ihren Beteiligungen unternehmerische Verantwortung und entzieht sie dem direkten Einfluss der Tagespolitik. Langfristig ist es mein Ziel, die ÖIAG im Dialog mit allen Stakeholdern strategisch aufzuwerten. Dazu gibt es verschiedene strategische Zukunftsoptionen, die ich konstruktiv und sachlich diskutieren werde", so der IT-Manager

Von ÖIAG-Aufsichtsratspräsident Peter Mitterbauer gab es vorab schon einmal Blumen: "Mit Rudolf Kemler konnten wir für die ÖIAG einen Vollblutmanager mit einem beeindruckenden, internationalen Werdegang gewinnen. Er ist ein Mann der Wirtschaft, der in seiner über 35-jährigen Karriere als Geschäftsführer, Vorstand und Aufsichtsrat in einem breiten Spektrum an Branchen überzeugt hat. Neben seiner hervorragenden wirtschaftlichen Karriere hat er sich in verschiedenen Funktionen immer wieder intensiv für standortrelevante Initiativen engagiert."

Insgesamt gab es für den Posten des ÖIAG-Chefs 16 Bewerbungen, vier kamen in die engere Wahl und beim gestrigen Hearing soll dann Kemler der Erstgereihte gewesen sein.

Ing. Rudolf Kemler ist seit 2008 Generaldirektor von HP Österreich. Nach ersten Stationen in der Bankenwelt wechselte er zu der IT-Firma Nixdorf bzw. später Siemens-Nixdorf. Von 1998 bis 2000 war er als Senior Vice President bei der GE Capital. Im Jahr 2000 wurde er Vorstandsvorsitzender der börsennotierten Stage1.cc Technology Business Incubator AG mit Sitz in Wien. Von 2002 bis Anfang 2008 war Kemler Vorsitzender der Geschäftsführung von T-Systems Austria und Regionsverantwortlicher für Zentral- und Osteuropa. Kemler bekleidete auch eine Reihe an Funktionen, z.B. als Vizepräsident der Amerikanischen Handelskammer in Österreich.

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