FAQ: So funktioniert das Pensionskonto

FAQ: So funktioniert das Pensionskonto

Rund 1,2 Millionen Österreicher erhalten im Juni oder Juli Post von der Pensionsversicherungsanstalt (PVA). Inhalt des Schreibens (siehe ): Nicht mehr und nicht weniger als die Höhe der Rente, würde man an jenem Tag in Pension gehen, an dem das Brieflein in den Postkasten flattert.

Wenn man denn dürfte - das gesetzliche Pensionsantrittsalter bleibt unverändert. Mit der PVA-Info weiß erstmals jeder Pensionsberechtigte bis auf den Cent, wie hoch seine Rente einmal ausfallen wird. Jeden Monat erhöht sich der am neuen Pensionskonto ausgewiesene Anspruch - eben bis zu jenem Tag, an dem der Ruhestand schließlich da ist. Nachzulesen laufend auf einer neuen Internetseite der PVA.

Die Empfänger der Briefe werden das Kuvert wohl mit zittriger Hand öffnen, entscheiden doch zwei Zahlen darin über ihren finanziellen Spielraum als Rentner. Die "Erstgutschrift" ist die Abrechnung mit der Vergangenheit vor 2014 und enthält alle bereits erworbenen Ansprüche. Und die "Bruttopension" gibt Auskunft über das, was der Staat einem als Rente überweisen wird - aus heutiger Sicht und mit Vorbehalt. Denn künftige Gesetzesänderungen in Sachen Pensionen, die alles über den Haufen werfen, sind nicht unwahrscheinlich.

Das PVA-Schreiben geht vorerst an jene, deren Daten lückenlos vorliegen. Wer sich nicht unter den Adressaten befindet, muss noch bis Herbst zuwarten. Ab Oktober werden dann auch jene informiert, deren Datensätze blinde Stellen aufweisen -was für die Berechnung von jedoch kein Hindernis darstellt. Auch die SVA informiert ab sofort ihre 300.000 Versicherten.

1. Was bedeuten die beiden Summen am Pensionskonto?

Der untere, höhere Betrag ist jener Wert, der einem bisher auf das Pensionskonto gutgeschrieben wurde. Er steigt monatlich, solange man Beiträge entrichtet, wird jedoch von der PVA nur einmal jährlich adaptiert, wenn die Gutschriften des abgelaufenen Kalenderjahres aufgebucht werden. Der obere Betrag ist die tatsächliche Pensionshöhe pro Monat. Diese Summe erhält, wer sofort in Rente gehen kann oder bis zum Pensionsantritt nichts mehr einzahlt. Bis zu diesem Zeitpunkt kommen dann nur noch die jährlichen Valorisierungen an. Auch dieser Betrag wird von der PVA nur einmal im Jahr -während der ersten drei Monate -aktualisiert. Die Monatspension ergibt sich, indem man die Gutschrift durch 14 dividiert. Aber Achtung: Es handelt sich um Bruttowerte, von denen noch die Sozialversicherungsabgaben (ohne Pensionsversicherungsbeitrag, der bei Rentenbeziehern nicht mehr anfällt) und die Einkommenssteuern abgezogen werden. Netto ist die ausgezahlte Pension je nach Höhe dann um bis zu ein Drittel geringer. Aus dem persönlichen PVA-Brief, der irgendwann in Ihrem Postkasten landen wird, können Sie dann die für Sie gültigen Zahlen entnehmen.

2. Was kommt jährlich aufs Konto?

Das Pensionskonto ist kein Ansparmodell, sondern funktioniert im Umlageverfahren des Generationenvertrages. Aufs Pensionskonto erhält man nicht, was man an Pensionsbeträgen einzahlt, denn mit diesen werden, wie schon bisher, die Pensionen der aktuellen Rentner finanziert. Im Erwerbsleben stehende Personen erhalten für ihre Beiträge eine Jahresgutschrift in der Höhe von 1,78 Prozent der Beitragsgrundlage -das Brutto-Einkommen bis zur Höchstbemessungsgrundlage. Beispiel: Bei einem Jahreseinkommen von 42.000 Euro brutto würden für die Dotierung des Pensionskontos 747,60 Euro zählen, die der "Erstgutschrift" aufgeschlagen werden. Dieser Betrag wird außerdem jährlich valorisiert, also an die durchschnittliche Entwicklung der Löhne und Gehälter angepasst. Steigen sie, steigt auch der Sockelbetrag am Pensionskonto. 3. Was ist die Erstgutschrift

Die Erstgutschrift umfasst sämtliche bis zum 31.12.2013 geleisteten Beiträge und somit alle bis zu diesem Datum angehäuften Pensionsansprüche -umgerechnet in das neue Pensionskonto-System. Sie ist wichtig, weil auf die Erstgutschrift als Basis alle künftigen Gutschriften aufgeschlagen werden. Damit ist die Vergangenheit vor 2014 abgehakt. Ausnahme: Werden der PVA alte Beitragszeiten nachgemeldet, wird die Erstgutschrift noch einmal neu berechnet.

4. Wie endgültig ist das Pensionskonto?

An sich gilt für das Pensionskonto: Was liegt, das pickt. Dennoch sind weder die Erstgutschrift noch die ausgewiesene Pensionshöhe in Stein gemeißelt. Werden der PVA nachträglich Beitragszeiten aus der Periode vor 2014 bekannt, berechnet sie die Erstgutschrift noch einmal. Wer noch immer nicht alle Beitragszeiten an die SVA gemeldet hat, muss sich daher nicht sorgen -das ist bis zum Pensionsantritt möglich. Die Erstgutschrift kann also nachträglich modifiziert werden, bis man in Rente geht. Für die Berechnung bis Ende 2016 gilt übrigens, je nach Geburtsjahr, eine Verlustdeckelung von 1,5 bis 3,5 Prozent gegenüber dem alten Berechnungssystem. Fällt der vor 2014 erworbene Anspruch nach der Pensionskonto-Methode niedriger aus als nach alter Methode, darf der Verlust die Deckelung nicht übersteigen. Das gilt nach 2016 nicht mehr, betrifft jedoch ohnehin nur sehr wenige Spezialfälle. Nach unten korrigiert kann eine einmal ausgewiesene Erstgutschrift allerdings nicht mehr werden. Allerdings kann die Politik natürlich jederzeit per Gesetz in die Höhe der Renten eingreifen. Zumindest sieht man das dann am Pensionskonto aber gleich.

5. Wie verlässlich ist die Information?

Die PVA gibt sich zwar Mühe, alles gewichtig und amtlich wirken zu lassen -tatsächlich hat ihr nunmehriges Pensionskonto-Schreiben mit der Erstinformation aber unverbindlichen Charakter. Will man verlässlichere Zusagen zur Pensionshöhe, muss man einen Bescheid anfordern. Und selbst der bietet dann keine Garantie - siehe oben.

6. Wie schaut man ins Pensionskonto?

Zwar kann man jederzeit schriftlich eine PVA-Auskunft zu seinem Pensionskonto einholen -doch das ist mühsam und zeitraubend. Der Regelfall ist wohl die Nachschau übers Internet. Dazu benötigt man eine Bürgerkarte, das ist eine erweiterte Funktion der e-card, oder eine Handysignatur. Beides muss man sich erst besorgen. Das geht über das Finanzamt oder bei der SVA. Wie es funktioniert und was man damit dann alles an Amtswegen erledigen kann, hat die Regierung auf einer eigenen Website unter der Internet-Adresse www.buergerkarte.at zusammengefasst. Auch per Telefon erhält man unter 0800 222 666 Auskunft.

Faksimile: Das neue Pensionskonto

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