Eybl & Sport Experts werden britisch

Eybl & Sport Experts werden britisch

Die britische Sports Direct hat sich überraschend die Mehrheit an Österreichs größter Sportkette, Sport Eybl & Sport Experts, gesichert und zahlt für 51 Prozent des Familienunternehmens 10,5 Mio. Euro plus 30 Mio. Euro Eigenkapital. Der Kaufpreis wird überwiegend zur Tilgung von Bankenverbindlichkeiten verwendet.

Zu möglichen Standortschließungen wollte sich Sport Eybl am Mittwoch auf APA-Anfrage nicht äußern. Dazu könne man derzeit "noch nichts sagen", sagte Eybl-Sprecherin Katharina Brunner. Nun würden Synergien zwischen den beiden Unternehmen geprüft.

Die oberösterreichische Sporthandelskette zeigte sich mit dem Deal höchst zufrieden: "Wir sind von Sports Direct überzeugt und halten das Unternehmen für den idealen strategischen Partner. Das gemeinsame Konzept ist zukunftsträchtig und leistungsfähig", betonte Eigentümervertreterin Lorin Leitner in einer Aussendung. Das Prinzip des Familienbetriebes soll weiterhin hoch gehalten werden. Die bisherigen Gesellschafter Catrin Aschenwald-Eybl und Lorin Leitner wurden in das Management beziehungsweise den Aufsichtsrat der Unternehmensgruppe berufen.

"Alle Lieferanten, die uns in dieser Phase unterstützt haben, waren wertvolle Partner, mit denen wir in der Zukunft gehen möchten", bedankte sich Eybl-Finanzvorstand Hubert Schenk. Ebenso hätten sich die Banken hoch loyal zum Unternehmen verhalten.

Fortführung der Zwei-Marken-Strategie

Die börsenotierte Sport Direct ist Großbritanniens größter Sportartikelhändler und zählt mit einem Umsatz von 2,4 Mrd. Euro und 500 Standorten zu den Top 3 in Europa. "Wesentlicher Aspekt für die Beteiligung von Sportsdirect.com war die klare Entscheidung für die Fortführung einer Zwei-Marken-Strategie bei Sport Eybl & Sport Experts", erläuterte Sports-Direct-COO Mike Weccardt die Investmententscheidung. Diese Ausrichtung habe in der Vergangenheit den Unternehmenserfolg der österreichischen Sportartikelkette begründet.

Eybl hat im vergangenen Geschäftsjahr 2011/2012 (per 31. August) einen deutlichen Umsatzrückgang von 410 auf 389,5 Mio. Euro erlitten. Ende Jänner gab die Sporthandelskette bekannt, 250 seiner rund 2.200 Mitarbeiter abzubauen und einen "finanzstarken Partner" zu brauchen. In der Branche wurde damals bezweifelt, dass es die Kette mit einem Partner allein schafft. Die Zeichen standen in den vergangenen Monaten auf Totalverkauf. Als mögliche Käufer waren der französische Diskontriese Decathlon sowie die deutsche Intersport im Gespräch.

Die Geschäftsführung hat in der Vergangenheit unter anderem den forcierten Eigenmarken Schuld an der schwachen Geschäftsentwicklung gegeben. Bei Sports Experts lag der Eigenmarkenanteil zuletzt bei über 30 Prozent und sollte künftig auf 15 bis 20 Prozent gesenkt werden.

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