Ex-Hypo-Vorstandschef Tilo Berlin - ein Leben auf Rechnung der Bank

Ex-Hypo-Vorstandschef Tilo Berlin - ein Leben auf Rechnung der Bank

Ein Leben auf großem Fuß mit vielen illustren Gästen. Der frühere Hypo-Vorstandschef Tilo Berlin wusste, wie man Kunden und solche, die vielleicht noch welche werden könnten und deren Begleitungen bei Laune hält. Während die Bank Milliarden brauchte wurden Millionen als Spesen verbraten.

Der frühere Hypo Alpe Adria Vorstandschef Tilo Berlin, sein Gehalt und die Ausgaben der Bank für "Kundenveranstaltungen" während Berlins nur 23 Monate währender Amtszeit stehen in diametralem Gegensatz.

Laut dem Nachrichtenmagazin profil vorliegenden Unterlagen bekam Berlin als Vorstandsvorsitzender der Hypo Alpe Adria für seine 23 Monate Arbeit inklusive Erfolgsprämien und Abfertigungen ein Vorstandsgehalt von exakt 3.021.665 Euro. So großzügig sein eigenes Salär war so großzügig zeigte sich Berlin den Dokumenten zufolge auch gegenüber wichtigen Kunden bei "Kundenveranstaltungen".

Im Jahr 2008, an dessen Ende die Bank 1,6 Milliarden zusätzliches Kapital benötigen sollte, lud die Bank etwa hunderte Personen zu Veranstaltungen und Fußballspielen rund um die Fußball-Europameisterschaft, der EURO 2008, nach Wien. Die Kosten dafür: 1,18 Millionen Euro. Ebenfalls im Jahr 2008 fand der bekannte Jagdausflug nach Osijek statt - die Kosten dafür: 60.000 Euro. Hinzu kommen Charterflüge mit den Business-Jets von Hans Peter Haselsteiners "Goldeckflug". Von Berlins Antreten im Jahr 2007 bis zu seinem Ausscheiden im Jahr 2009 fielen laut "profil" dafür Kosten von 168.000 Euro an.

Die Liste der Ausgaben in der Ära des spendablen Vorstandschefs ließe sich noch weiter fortsetzen. Etwa um eine Einladung der Hypo Alpe Adria zum Hahnenkamm-Rennen nach Kitzbühel im Jahr 2009. Die Kosten dafür beliefen sich lauf profil inklusive Werbung vor Ort auf 567.000 Euro.

Die Rechnung zahlte stets die Bank - oder wie siech jetzt herausstellt der Steuerzahler. Der heute 55-jährige Tilo Berlin war jedoch bisher zu krank, um vor Gericht befragt werden zu können. Der Prozess gegen ihn soll jedoch fortgesetzt werden. Wie das „profil“ in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, lud die Hypo Alpe-Adria unter Vorstandschef Tilo Berlin 2008 hunderte Kunden aus Österreich, Kroatien und Slowenien, darunter auch Amtsträger aus Südosteuropa, zur EURO 2008 nach Klagenfurt. Matchkarten, Fan-Artikel, Hotelzimmer, Verpflegung und Übernachtungen schlugen mit 1,18 Millionen Euro zu Buche. Allein für Nächtigungen wendete die Bank 344.700 Euro. Dies geht aus „profil“ vorliegenden Unterlagen hervor.

Wie „profil“ weiter berichtet, fallen in die Ära Berlin bemerkenswert hohe Kosten für Charterflüge des Vorstands in Business Jets. Demnach wurden allein 2008 rund 303.700 Euro bezahlt. Zwischen Juni 2007 und April 2009, Berlins Amtszeit, zahlte die Hypo Alpe-Adria nur für Charterflüge in Summe 471.700 Euro. Zwischenzeitlich fliegt das neue Management nur noch mit Linienmaschinen.

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